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29.12.2009
Lebendiger und homogener Klang
Kammerchor Porta führt Bachs Weihnachtsoratorium auf
VON HANS-CHRISTOPH SCHRÖTER

Porta Westfalica (hcs). In der evangelischen Kirche Barkhausen fand sich am Sonntag eine zahlreiche Zuhörerschaft ein, um dem zweiten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zu lauschen. Die Kantaten IV - VI sind ja nicht so populär wie die Ersteren, aber sicher zu Unrecht, denn von der kompositorischen Qualität stehen sie auf gleicher Höhe.

Unterstützt von den Solisten Cornelia Samuelis, Sandra Marks, Holger Marks und Matthias Nenner (v. li.) und dem Kammerorchester La Réjouissance führte der Kammerchor Porta die Kantaten IV bis VI des Weihnachtsoratoriums auf. | Foto: Schröter

Ein Schreck muss dem Leiter der Aufführung, Georg Kindt, durch die Glieder gefahren sein, als er von der kurzfristigen Erkrankung der Sopranistin erfuhr. Doch diese wusste um einen Ersatz, der kurz vor der Aufführung aus dem fernen Karlsruhe denn auch zur Stelle war. Von dieser Unruhe war aber im Konzert nichts mehr zu merken.

Um gleich bei den Solisten zu bleiben: Alle vier waren von gleich gutem Niveau. Niemand störte durch ausuferndes Vibrato oder sonstigen Auffälligkeiten, bei allen strömte der Gesang wohltönend und in natürlichem Fluss. Cornelia Samuelis (Sopran) zeigte, dass sie schon oft diese Partie gesungen hatte, Sandra Marks konnte sich nicht nur in ihrer Partie auszeichnen, sondern auch in der Echo-Arie, wo sie auch Sopranhöhen erklimmen musste. Holger Marks (Tenor) sang klar und deutlich die Rezitative und mit großer Flexibilität eine Koloraturarie; ausdrucksstark wie alle anderen wusste auch Matthias Nenner (Bass) zu gefallen. In den Terzetten und Duetten waren die Stimmen gut abgewogen.

Solisten des Kammerorchesters "La Réjouissance", seien es Streicher oder Holzbläser, und die Continuogruppe begleiteten sehr zart die jeweiligen Solisten, sodass die Textverständlichkeit in hohem Maße gewährleistet wurde. Im Tutti hatten zu Beginn die Hörner einige Probleme, sie legten sich später; erstaunlich, wie bei ihrem späten Einsatz die Trompeten gleich parat waren und große Höhen problemlos meisterten.

Schwingende Tempi haben sich bei der Aufführung von Barockmusik immer mehr durchgesetzt und waren auch hier zu hören, wodurch eine lebendige Wiedergabe möglich wurde. Da hielt auch der Chor gut mit, dessen Männeranteil manch anderen Chorleiter neidisch werden lässt. Die Fugen und Fugatos waren durchsichtig zu hören, kleine Schwankungen bei Stellen mit Synkopen störten das Gesamtbild überhaupt nicht. Bach hatte kein Erbarmen mit der Höhe bei den Sopranen besonders im Eingangschor, bei den Tenören war Bach auch streng, aber die geforderten Höhen konnten gebracht werden. Im Ganzen vernahm man einen homogenen Chorklang.

Ohne Zweifel kann Georg Kindt auf eine gelungene Aufführung dieser Kantaten zurückblicken.

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Dokument erstellt am 28.12.2009 um 21:25:42 Uhr

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