Mit der Hymne "Hör mein Bitten" und der 2. Symphonie "Lobgesang", eigentlich eine sinfonische Kantate, die in der Chronologie der Symphonien Mendelssohns an vierter Stelle steht, wurden zwei Werke ausgewählt, in denen sich unerschütterliche Glaubenszuversicht auch in Krisenzeit den Weg durch Nacht zum Licht bahnt.
Den Auftakt bildete die Hymne "Hör mein Bitten" für Chor und Solo-Sopran. Susanne Eisch, in der Mittellage warm timbriert, sang in der Höhe etwas angestrengt und mit ausladendem Vibrato. Die von Georg Kindt gewählten Tempi wirkten etwas breit. Das Stück bekam dadurch etwas Statisches und schien auf der Stelle zu treten. Schön dafür die herausgearbeiteten Themeneinsätze in den einzelnen Chorstimmen. Die Tempi im "Lobgesang" waren moderat und stimmig, lediglich "Nun danket alle Gott" klang etwas gehetzt, Würde und Feierlichkeit des Chorals kamen etwas abhanden.
An die Seite Susanne Eischs traten zwei weitere Solisten, die durchweg zu gefallen wussten. Sven Olaf Gerdes überzeugte mit schlankem, in der Höhe sehr angenehmen Tenor. "Hüter, ist die Nacht bald hin?" gestaltete er zu einem der dramatischen Höhepunkte des Werkes. Helene Niggemeier kam nur im Sopran-Duett zu einem Kurzeinsatz, den sie aber nutzte, um für ihre ansprechende Stimme zu werben.
Souverän die Leistung des Chores, nur beim Rhythmuswechsel in "Die Nacht ist vergangen" kam es zu Unsicherheiten. Ein gutes Fundament legte das von glänzend aufgelegten Holz- und Blechbläsern angeführte Sinfonieorchester "La Rejouissance", über das man leider einmal mehr im Programmheft keine Auskunft über Herkunft oder Zusammensetzung erhielt.
Lang anhaltender, am Ende stehender Applaus in der vollbesetzten Kirche St. Walburga für die beherzte Leistung aller Akteure, die Mendelssohns wirkungsvolle Tonsprache klangprächtig zur Entfaltung gebracht hatten.
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