"Große Koalition" heißt das Werk in der Form eines Pilzes, das die Hälfte des Raumes bis unter die Decke ausfüllt. Die rote Lackfolie am Boden symbolisiert selbstverständlich die SPD, über der sich ein gigantischer Pilz, der unweigerlich an die Rauchwolke denken lässt, die bei der Detonation einer Atombombe entsteht, aus schwarzen Müllsäcken. Diese Assoziation sei durchaus beabsichtigt, sagt die Künstlerin, die 1980 in Minden geboren wurde. Ihr Studium der Bildhauerei in München in der Klasse von Prof. Hermann Pitz hat sie gerade abgeschlossen.
Der Name ihres Professors war es, der sie für die jährliche Akademie-Ausstellung zu der Pilz-Form inspirierte. Überhaupt liebt sie Sprachspiele in den Titeln ihrer Werke. Der "Baguette-Boden" ist in der sächsischen Aussprache wörtlich zu nehmen und besteht im Muster von Schiffsboden-Parkett ausgelegten Baguettes.
Bei ihrem "Baum der Erkenntnis", der gerade auf der Terrasse zur Weser hin entsteht, ist der "Stamm" mit Rettungsfolie verkleidet, in der Krone sollen später Bierflaschen hängen. Kataria greift damit das aktuelle Problem des Komasaufens auf. Diese Arbeit will sie zu ihrer Abschluss-Ausstellung vor dem Haus aufstellen.
Bis dahin hat sich die zierliche Künstlerin allerdings noch einiges vorgenommen. Für den Ausstellungsraum plant sie weitere kleine Arbeiten: Readymades und eine Serie von Fotoarbeiten mit heimischen Motiven. "Zu diesem Ort habe ich einen Bezug. Hier stelle ich nicht nur einfach meine Arbeiten hin", sagt die 28-Jährige, die am Herder-Gymnasium ihr Abitur machte und dann zunächst in Oldenburg Niederländisch und Philosophie studierte, weil ihr zur Kunst damals noch der Mut fehlte.
"Das Haus muss mit jungem Leben gefüllt werden", sagt Brigitta Kurze vom "Regenbogen". Seit 2007 finanziert der Verein, unterstützt von der Sparkasse und dem Verein Mehr Minden, zum dritten Mal den Aufenthalt von Gastkünstlern. 2007 hatten die Schweizerinnen Yvonne Schmidt und Hanni Hartmann vier Wochen lang in dem kleinen Fachwerkhaus gewohnt und gearbeitet, im vergangenen Jahr waren Miriam Eichner und Grischa Lichtenberger hier tätig.
Donata Kataria lässt sich an der Uferstraße Mo-Fr 14-18 Uhr bei der Arbeit zuschauen, ihre Ausstellung ist in den Räumen am 15. August 14-18 Uhr sowie 16. August 11-18 Uhr zu sehen.
stehenden Code hier ein*: