Die Technik nahm keinen Schaden. Pünktlich meldete sich dann auch die Sonne zurück und mit nur kleiner Verzögerung konnte das Programm mit der Lübbecker Band Travolter starten. Mit neuen Instrumenten - wegen eines Brandes im Proberaum - und frisch gebügelten weißen, feuerfesten (wie sie behaupten) Anzügen, zeigten die Vier bald, dass sie trotzdem keine Angst vor heißen Klängen bekommen haben und versprachen "ein Feuerwerk der guten Laune mit schmissigen Melodien zum Schunkeln und Pogen" zu zünden. Remmi-Demmi-Rock nennen sie ihre Musik, die sich als gezähmter Spaß-Punk erweist und mit Texten aufwartet, die mit Ironie, ohne sich selbst zu schonen, alles verwurstet, was im täglichen und nächtlichen Leben so anfällt. Einige Punks ließen sich von den eleganten Herren, die sich als gute "Opener" erwiesen auch gern zum Pogen animieren.
Noch näher und mehr in Bewegung kam das Publikum bei der nächsten Band, welche, mit zwei Damen und zwei Herren besetzt, auch Gleichstellungsbeauftragte zum Lächeln bringt. Afteronesummer aus Bielefeld mixen Rock, Metal und Pop und versehen ihr Gebräu noch mit einem guten Schuss Emocore. Ihr Spiel ist fast professionell, lebt von der fetten Gitarre und dem emotionalen Gesang über druckvollem Rhythmus und stieß, trotz Schwächen im Soundmix, nicht nur bei den jüngeren Zuhörern auf viel Anerkennung.
Aus Minden kommen die Herren von Distance in Embrace. In ihrem Sound findet sich fast alles wieder, was im härteren Metalbereich zurzeit angesagt ist. Dabei erweisen sie in ihrem Metier Meisterschaft und lassen schnell erkennen, woher ihr guter Ruf in der Szene stammt. Rasend schnelle Riffs, tiefe Gitarrenklänge, Grunzgesang und Geschrei ließen einige der älteren Gäste weiter nach hinten und an die Getränkestände ausweichen. Der Raum vor der Bühne eignete sich bald auch nur noch für Pogo-Erfahrene: Moschen, Stagediving und Wall of Death Attacken waren angesagt und sorgten, für die bei diesem "Tanzvergnügen" üblichen, blauen Flecken.
Nicht nur für die Fans der härteren Gangart erwies sich dieser erste, im Verlauf immer besser besuchte, Abend der Weserlieder, der bis zum Ende regenfrei blieb, als Partyerfolg und keine der Bands musste ohne kräftigen Applaus und Zugabeforderung von der Bühne.
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