Der Samstagabend startete mit der jungen Formation Raise your Hat, die inzwischen eigentlich Loco rockt! heißt. Mit dem neuen Namen haben die vier Musiker inzwischen auch ihren Stil gefunden, den sie Nachvorne-Rock nennen, der Poprock mit Alternativelementen aufpeppt und mit dem sie die Grenzüberschreitung zum liebenswert wahnsinnigen Entertainment zelebrieren wollen.
Dies taten sie mit viel Bewegung, Luftschlangen, Ballon und Konfettikanone. Da bei ihnen nun ausschließlich auf Deutsch gesungen wird, lohnt sich auch das Hören auf die Texte, die kritische Anmerkungen zurzeit enthalten und den Alltag spiegeln, aber auch ein wenig Wahnsinn zeigen. Die Gruppe, die eine Woche später im Finale des "Local Vision Band Contest" in Berlin spielen wird, kam mir ihrer spritzigen Bühnenshow und ihrem quirligen Sänger gut an.
Dajana loves Paisley aus Bad Salzuflen, die in den 1990er-Jahren nicht nur bundesweit auf eine große Fangemeinde zählen konnten, hatten sich in den letzten Jahren in der Gegend rar gemacht. Nun aber sind sie wieder voll da und wurden zur diesjährigen Attraktion der Weserlieder.
Ihr R&B-lastiger Rock mit satten Licks und Riffs, auf die auch die Rolling Stones, Aerosmith oder sogar AC/DC stolz wären, ließ keine Müdigkeit aufkommen. Auch Rockballaden ohne Schmalz und einige Coverversionen präsentiert die Band überzeugend und mit starker Gesangsleistung. Der Gruppensound bewegt sich dabei durchaus auf internationalem Geschmacksniveau und wirkt aktuell, obwohl die Band hörbar in den 70ern wurzelt.
Musikalisch noch weiter zurück ging es mit der CCR-Revival Band. Die Gruppe um Peter Wilcek hat sich dem Nachlass der Woodstock-Heroen Creedence Clearwater Revival angenommen und bringt ihn wieder live auf die Bühne. Kraftvoll, mitreißend und urgewaltig klingen die Hits wie "Proud Mary", "Bad Moon Rising", "Susie Q", "Hey Tonight" und all die vielen anderen auch heute noch und die CCR-Revival Band spielt sie instrumental und gesanglich nah am Original - nur John Fogerty selbst kann das noch besser.
Bald schon herrschte Partyatmosphäre an der Weser und die Zuhörer sangen und klatschten. Bis zum Ende des Abends konnte die Band die Stimmung halten und sorgte damit für einen runden Abschluss. Das engagierte ehrenamtliche Team bewies wieder einmal, dass in Minden auch da Kultur blüht, wo die öffentlichen Fördertöpfe verschlossen sind.
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