Soul- und Rockklassiker dienen dem quirligen Bandleader als Grundlage für seine funkigen Neu-Interpretationen, die er teilweise bis zur Unkenntlichkeit zerlegt, oft in ein völlig anderes Tempo überführt und mit einer gehörigen Portion Funk-Groove injiziert. Wenn David Rebel wild und behände in die Saiten greift und Klassikern der Musikgeschichte seine Stimme gibt, dann kommt die ungestüme Seele eines waschechten Rock `n` Rollers zum Vorschein, doch sein Herz schlägt für den Funk.
So macht er die Heavy-Metal-Band Judas Priest kurzerhand zur englischen Funkband und verpasst "Living After Midnight" ein stilistisch entsprechendes Korsett, unterlegt "Eleanor Rigby" mit langsamen Funk-Grooves und schickt die Rolling Stones auf die Rennbahn: "You Can´t Always Get What You Want" klingt bei "Funkified" schneller, aber nicht minder interessant als das Original.
David Rebel hat seine Idee, einigen seiner Lieblingsstücke einen eigenen Sound zu geben, in seinen Arrangements wunderbar umgesetzt. Seine Gitarre lässt er rocken, jaulen, quietschen, grooven und singen, was das Zeug hält. Seine Mitmusiker sorgen mit pumpenden Basslinien, knackigem Drumspiel und üppigen Keyboardsounds dafür, dass eine runde Sache daraus wird und die Stücke unverwechselbar klingen. Und dann kommt auch noch Malcolm "Molly" Duncan ins Spiel: Der sonore Klang seines Tenorsaxofons ist genau die richtige Würze in diesem auf Funk-Basis gekochten Soul-Rock-Menü, das Zutaten wie Marvin Gayes "Inner City Blues", Chuck Berrys "Johnny B. Goode", Bill Withers "Use Me" oder Ann Peebles` "I Can`t Stand The Rain" als erfrischende Hörgenüsse kredenzt.
Fantastisch die Solo-Passagen des Grammy-Preisträgers in der restlos begeisternden Version des Megahits "Tequila", das gepfefferte Zusammenspiel mit dem Bandleader in der Santana-Reminiszenz "Jingo" oder in der mächtig groovenden Funk-Version des Deep-Purple-Klassikers "Smoke On The Water". Als Sahnehäubchen dann noch das Stück, das den ehemaligen "Average White Band"-Saxofonisten Malcolm "Molly" Duncan berühmt gemacht hat: "Pick Up The Pieces" mit einer beeindruckenden Saxofon-Improvisation über das eingängig treibende Thema.
Das Publikum jubelt und bekommt als Zugabe den Soul-Hit "I Heard It Through The Grapevine" serviert. Selten werden große Songs so spannend "gecovert".
Nächstes Konzert: Die in Südafrika mehrfach als "Beste Musikformation" ausgezeichnete Band Freshlyground mit Leadsängerin Zolani Mahola kommt am Samstag, 9. Mai, zum "Konzert des Monats" in den Jazz Club Minden, um ihre fröhliche Afro-Pop-Jazz-Mixtur zu präsentieren.
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