Nur neues Knochenmark rettet Oliver S.
29-jähriger Hiller leidet an Leukämie / Typisierungsaktion am 2. Juni / Bürgermeister und Handballer als Schirmherren
Bislang wurde weltweit kein Spender für ihn gefunden. Um ihm und anderen Patienten zu helfen, veranstalten Familie und Freunde des Erkrankten gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Samstag, 2. Juni, eine Registrierungsaktion von 10 bis 16 Uhr in der Verbundschule Hille.
Jeder kann helfen und sich als potenzieller Stammzellspender aufnehmen lassen oder Geld spenden, damit die Typisierungen finanziert werden können. Die Schirmherrschaft übernehmen Bürgermeister Michael Schweiß und Ex-Handball-Nationalspieler Frank von Behren, ein gebürtiger Hiller.
Vor vier Jahren sei Oliver S. zum ersten Mal mit der niederschmetternden Diagnose Leukämie konfrontiert worden, berichtet Melissa Sparwirth, die die Aktion mitorganisiert. Nach einer harten Chemotherapie schöpfte er wieder Hoffnung. Doch Ende März schlug der Krebs wieder zu.
Mit mehreren Lymphknotenschwellungen ging er zum Arzt. Die Blutuntersuchung deutete eindeutig darauf hin, dass der Krebs wieder ausgebrochen war. "Ich war so guter Dinge und wollte endlich persönlich und beruflich wieder durchstarten. Dann hat es mich wieder richtig kalt erwischt", beschreibt er seine Gefühle und Ängste.
Doch er gibt nicht auf, denn er möchte wieder gesund werden und hat noch Träume und Wünsche: Der Hiller kann nur überleben, wenn es einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist.
Es kommt nach Auskunft der DKMS nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein genetischer Zwilling.
Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden.
Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender für Oliver S. erfolglos. Auch die Gewebemerkmale seiner Schwester Simone passen nicht. "Mit der Registrierungsaktion wollen wir viele Menschen erreichen. Es kann jeden treffen", beschreibt sie ihre Motivation.
Um ihm zu helfen, organisieren Freunde und Familie gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Registrierungsaktion und hoffen, dass möglichst viele Menschen aus Minden und Hille die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen.
"Es gibt Ereignisse, die von einem Augenblick auf den anderen das ganze Leben verändern. Jeden kann so etwas treffen. In unserem Fall hat diese heimtückische Krankheit einen Mitbürger unserer Gemeinde befallen. Ich freue mich, dass Oliver S. sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und nicht aufgibt", sagt Michael Schweiß. Er selbst habe sich schon vor vielen Jahren registrieren lassen. "Niemand sucht sich eine Krankheit selbst aus und ein jeder, den sie ereilt, ist für jegliche Unterstützung dankbar."
Mitmachen kann grundsätzlich jeder zwischen 17 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt (typisiert) werden können.
Spender und Spenderinnen, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an der Aktion teilnehmen. Die Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.
Genauso wichtig ist laut DKMS auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen.
Ein Spendenkonto wurde bei der Sparkasse Minden-Lübbecke, Konto 45004173, Bankleitzahl 490 501 01 eingerichtet.