Bürgermeister: Schausteller nicht vom Mittelalter-Markt ausgeschlossen / Unterschriftenliste im Rathaus übergeben
Rund 600 Unterschriften hatten die Schausteller kürzlich beim Hiller Frühjahrsmarkt gesammelt. Sie hatten die Besucher und Besucherinnen gefragt, ob der traditionelle Herbstmarkt auch in Zukunft stattfinden solle. Und viel Zuspruch geerntet.
Hintergrund ist die Idee von Politik und Verwaltung, im Herbst zukünftig einen von einem Privatunternehmen organisierten Mittelalter-Markt zu veranstalten - ohne Kirmes und Tanzzelt (das MT berichtete). Und vielleicht auch, das klang gestern Morgen in der Gesprächsrunde durch, ohne Treckertreck. "Passt das überhaupt zusammen", fragte der Hiller Ortsvorsteher Herbert Heuer, während Marktmeister und Fachbereichsleiter Detlef Hartmann es vom ausrichtenden Verein abhängig macht, ob 2013 wieder ein Treckertreck stattfindet.
Im Rathaus wurde gestern heftig diskutiert und gestritten, denn Wolfgang Michael und Michael Schäfer-Lohmeyer als Sprecher der Schausteller vertraten einen völlig anderen Standpunkt als Bürgermeister Michael Schweiß, sein Stellvertreter Heinz Grannemann, Detlef Hartmann und Herbert Heuer.
Die Schausteller fühlten sich schlecht und zu spät über den Mittelalter-Markt und seine sie betreffenden Konsequenzen informiert, ausgegrenzt und damit um zukünftige Einnahmen gebracht. "Alle Gespräche mit uns wurden nicht ergebnisoffen geführt", sagte Wolfgang Michael.
Die Verwaltungsseite hat naturgemäß die Wirtschaftlichkeit des Herbstmarkts im Blick. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine roten Zahlen schreiben", sagte Michael Schweiß, der auch Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebsgesellschaft - einer Tochter der Gemeinde Hille und zuständig für die Märkte - ist. Der traditionelle Herbstmarkt werde stattfinden, allerdings in anderer Form. "Das Vorhaben, einen Mittelalter-Markt zu veranstalten, erfolgte in Absprache mit den Hiller Ratsvertretern."
Offensichtlich Mehrheit für Mittelalter-Markt
Schon seit Jahren, ergänzte Heinz Grannemann, werde über die Umgestaltung des Herbstmarkts diskutiert, um ihn für das Publikum attraktiver zu machen. "Wir müssen ihn wieder beleben. Entwicklung gibt es nur durch Veränderungen", meinte Herbert Heuer und verwies auf die Jahre, wenn kein Treckertreck stattfindet. "Dann ist auf dem Festplatz nichts los."
Dass die Schausteller vom Mittelalter-Markt ausgeschlossen seien, verneinte der Bürgermeister. "Sie können kommen, müssen sich aber in das Gesamtbild einfügen." Statt eines Verkaufswagens müsse dann eine Holzbude aufgestellt werden.
Auch wenn die Politiker noch über die Neuausrichtung des Herbstmarkts entscheiden müssen - laut Detlef Hartmann wird vermutlich die Mehrheit für die Neuerung stimmen. Nach der Sitzung würden die Bewerbungen gesichtet und der Zuschlag erteilt und dann auch die Schausteller offiziell informiert. "Wir warten den Bescheid ab und entscheiden dann, ob und wie wir dagegen vorgehen werden", sagte Wolfgang Michael abschließend.
Er und sein Kollege verließen das Rathaus mit einem Hoffnungsschimmer. Wenn der Mittelalter-Markt nicht die gewünschten Besucherzahlen ziehe, hieß es, seien die Schausteller mit ihrer Kirmes wieder am Zuge.