Lothar Riechmann: Dringender Handlungsbedarf in Pumpstation in Unterlübbe / Sanierungsbedürftige Abwasserkanäle
Im Wirtschaftsplan 2012 des Straßen- und Abwasserbetriebs sind im Bereich Abwasserbeseitigung Aufwendungen und Erträge in Höhe von jeweils rund 3,9 Millionen Euro ausgewiesen. Der Schuldenstand lag am 31. Dezember 2011 bei 22,14 Millionen Euro.
In der Pumpstation in Unterlübbe müssen die Pumpen erneuert werden.
Für Investitionen sollen 730000 Euro Darlehn aufgenommen werden. Gleichzeitig werden 1,166 Millionen Euro getilgt. Für Zinszahlungen und Eigenkapitalverzinsung müssen 1,1 Millionen Euro aufgebracht werden.
Die Eigenkapitalverzinsung in Höhe von 389000 Euro fließt in den Gemeindehaushalt. Mit diesem Geld wird die Nutzung der sich im Eigentum der Gemeinde befindlichen Kläranlage und Abwasserbeseitigungsanlagen abgegolten.
In diesem Jahr stehen knapp zwei Millionen Euro für Investitionen bereit, 1,2 Millionen Euro sind allerdings Überträge aus dem vergangenen Jahr.
Dringender Handlungsbedarf besteht nach Auskunft von Lothar Riechmann, Sachbereichsleiter Gemeindliche Betriebe, beim Abwasserpumpwerk in der Straße Hilferdingsen in Unterlübbe.
1979 gebaut, können dort stündlich maximal 150 Kubikmeter Schmutzwasser aus Unterlübbe, Oberlübbe und Eickhorst aufgenommen und über die 4680 Meter lange Druckrohrleitung Richtung Kläranlage in Hartum geschickt werden.
Ausschuss genehmigt Armaturenschacht
Die beiden Pumpen seien, berichtete Lothar Riechmann kürzlich dem Betriebsausschuss, defekt, eine sei bereits ausgefallen und durch eine geliehene Pumpe ersetzt worden.
Um sie zu erneuern, müssen aufwendige Arbeiten im Vorfeld erfolgen. So soll ein außen liegender Armaturenschacht gebaut werden, der zwischen 45000 und 50000 Euro kostet und den der Fachausschuss einstimmig genehmigte.
Da regelmäßige Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Druckrohrleitung vorgeschrieben sind (Selbstüberwachungsverordnung Kanal), bietet sich die Errichtung eines Armaturenschachts in einem unterirdischen Stahlbetonbehälter an.
Hier kann dann jederzeit eine externe Pumpanlage - wie sie auch während des Austauschs der beiden defekten Pumpen erforderlich ist - angeschlossen werden, und auch eine Schleuse zur Reinigung der Druckrohrleitung mit einem sogenannten Molch, der wie ein Pfropfen schnell durch die Rohre geschossen wird, findet Platz. Hinzu kommen Schieber, um die Rohre von den Pumpen abklemmen zu können, falls einmal weitere Reparaturen oder Wartungsarbeiten anstehen. "Damit soll verhindert werden, dass das Schmutzwasser zurück ins Pumpengebäude fließt", sagt Lothar Riechmann.
Nach dem Bau des Armaturenschachts wird, um die abgängigen Pumpen erneuern zu können, eine mobile Pumpanlage eingesetzt; dafür wird die Druckrohrleitung geteilt und ein Strang an das Provisorium angeschlossen. "Damit ist gewährleistet, dass das Schmutzwasser weiterhin transportiert wird."
In diesem Jahr sollen auch mehrere Abwasserkanäle erneuert werden; sie sind teilweise in einem äußerst schlechten Zustand und der Schadensklasse 0 bis 2 zugeordnet. "Bei Schadensklasse 0 besteht sofortiger Handlungsbedarf", weist Lothar Riechmann auf Risse in den Rohren und Einsturzgefahr hin.
Einer dieser maroden Kanäle - in ihm fließt Mischwasser zur Kläranlage - liegt an der Straße Spitzenend in Hartum. Der sanierungsbedürftige Bereich beginnt am Café Glasbonbon und endet etwa 200 Meter in Richtung Westen. Für die Erneuerung der Rohre sind im Haushalt in diesem Jahr 130000 Euro und für das nächste Jahr 50000 Euro eingestellt.
Erneuerung maroder Abwasserkanäle
75000 Euro in 2012, 55000 Euro in 2013 - soviel wird voraussichtlich die Erneuerung des Mischwasserkanals an der Straße Wasserriege in Hartum kosten. "Die Schachtbauwerke sind teilweise einsturzgefährdet." In schlechtem Zustand sei auch der Mischwasserkanal am Südhofsweg in Hartum. Auf 120 Meter müsse er, berichtet Lothar Riechmann, erneuert werden.
Schadensklasse 0 gilt auch für große Abschnitte des Schmutzwasserkanals an der Straße Reinkensweg in Nordhemmern. Auch hier drohen die Rohre einzubrechen.
Die Bauarbeiten in der Erde sind beendet (Erneuerung des Regenwasserkanals), nun muss noch die Fahrbahn des Detzkamps in Nordhemmern wiederhergestellt werden. Der Abwasserbetrieb beteiligt sich an den Kosten mit insgesamt 70000 Euro.
Noch viel Geld wird im neuen Gewerbegebiet Erdbrügge Nord in Unterlübbe verbuddelt. Für die Entsorgung des Niederschlagswassers müssen Anlagen und Kanäle gebaut werden. Dafür stehen im Haushalt insgesamt 150000 Euro für den Kauf der erforderlichen Flächen und 525000 Euro für Baumaßnahmen bereit.