Hermann Wiese holt Titel bei Alttraktoren-Weltmeisterschaft in Österreich mit 17 PS starkem Fendt-Trecker
Als Mitglied der Alttaktoren-Freunde "Weserbergland" war der 67-Jährige in der vorigen Woche zum Rennen in die Alpen und zum Abenteuer am Berg gestartet: "Ich nahm zum fünften Mal an der Weltmeisterschaft teil. Diesmal hat es geklappt", freute er sich nach seiner Rückkehr.
Hermann Wiese mit seinem alten Fendt. | Fotos: Schwarze
In der Klassenwertung konnte er sich mit seinem 17 PS starken Fendt aus dem Baujahr 1959 vor seinen Konkurrenten platzieren.
Die Teilnehmerzahl beim größten Traktortreffen Österreichs ist auf 550 begrenzt. Diese große Anzahl an gemeldeten Alttraktoren aus unterschiedlichen Nationen ging an den Start, um den Großglockner auf vier Rädern und auf alten Schätzchen zu bezwingen. Außer aus Österreich waren Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, der Slowakei, aus Italien und sogar aus Kanada dabei.
Unterstützung aus Stratford
Ron Neeb und Sohn Matt aus Stratford/Ontario waren in Porta Westfalica zu Gast und verstärkten die Mannschaft der Alttraktoren-Freunde. Auch Ron Neeb errang einen Weltmeister-Titel und zwar als Sieger in der "Großen Klasse" mit Fahrzeugen über eineinhalb Tonnen.
Bei den vorigen Weltmeisterschaftsrennen seien die Platzierungen vielfach Zufallstreffer gewesen, erzählte der überglückliche Sieger Hermann Wiese und präsentierte stolz seinen durchsichtigen, gravierten Pokal. Diesmal sei es bei einer Gleichmäßigkeitswertung darum gegangen, konstante Zeiten auf ebenem Gelände und im Gebirge zu erzielen. "Viermal wurden Zwischenzeiten genommen und bei mir ergab sich zwischen Bergstrecke und Ebene eine Differenz von nur 4,62 Sekunden. Das brachte mir den Sieg."
Die Faszination, nach Fuschertörl in 2 400 Metern auf den Großglockner mit dem eigenen Traktor zu gelangen, hat Hermann Wiese ebenso ergriffen wie die übrigen teilnehmenden Alttraktoren-Freunde. Der Start liegt in einer Höhe von 811 Metern.
Auf 20 Kilometern sind 1600 Höhenmeter zu bewältigen, bis das Gasthaus Fuschertörl erreicht ist.
"Zum Glück haben alle zwölf Trecker, mit denen wir von unserer Gemeinschaft der Alttraktorenfreunde Weserbergland starteten, ohne jedes technische Problem alle Anforderungen bewältigt", wusste der erfolgreiche Hartumer.
Trecker fahre er seit 60 Jahren, lachte der Weltmeister, der auf einem landwirtschaftlichen Anwesen aufwuchs. Man habe dort früher 25 Morgen zu bewirtschaften gehabt und da habe Treckerfahren zum Alltag gehört, sei tägliches Brot auch für Jungen und Mädchen gewesen. "Meine vierköpfige Familie und der Beruf als Lkw-Fahrer füllten mich später jahrelang voll aus", dachte er zurück.
Ein Fendt musste es sein
Als Hermann Wiese seine alte Liebe zu Traktoren wieder entdeckte und die Nostalgiefahrzeuge zu seiner Freizeitbeschäftigung machte, kaufte er sich seinen Fendt: "Natürlich von einem Eigentümer aus Hartum."
Seit zwei Jahren gehört der Treckerfan zu den Alttraktorenfreunden "Weserbergland", wo er bei den allmonatlichen Treffen mit Gleichgesinnten ausgiebig über Traktoren fachsimpeln kann.
Seit 2007 beteiligen sich heimische Trecker-Freunde an der Weltmeisterschaft am Großglockner. Hermann Wiese und sein Fendt F 16 sind bisher immer dabei: "Das ist ein Muss. Wer einmal da war, fährt immer wieder hin."