Austauschschülerin aus Neuseeland zehn Wochen in Rothenuffeln / Im Sommer fliegt Franziska nach Timaru
Ein Wiedersehen gibt es für die beiden im Sommer, dann rund 18 000 Kilometer von Rothenuffeln entfernt. Denn im Juni reist Franziska nach Neuseeland, genauer in die 28000-Einwohner-Hafenstadt Timaru. Hier wohnt die 17-jährige Emily mit ihren Eltern, sechs Schafen und einer Katze, hier besucht sie die 13. Klasse.
Genau wie Emily in der Gemeinde Hille wird Franziska zehn Wochen lang das Leben mit Emily in Timaru teilen. Ohne die Organisation GDANSA, die Austauschstipendien zwischen Australien und Neuseeland und Deutschland vergibt, hätten sich die beiden nicht kennengelernt.
Gemeinsamkeit heißt das Zauberwort beim Schüleraustausch.
Doch Franziska aus Rothenuffeln hatte einen Traum. Ein Schüleraustausch sollte es sein, aber ohne gleich ein Jahr in der Schule zu verlieren. Zurzeit geht die 15-Jährige in die zehnte Klasse des Ratsgymnasiums in Minden, ihr Zeugnis kann sich sehen lassen. Als Lieblingsfächer nennt sie Mathematik und Latein.
Ausschlaggebend bei der Bewerbung für den Austausch seien allerdings nicht die Schulnoten, erklärt Stefanie Frederking, Franziskas Mutter. Und so steht es auch in den Unterlagen zum Auswahlverfahren: "Unser Ziel ist es, selbstbewusste und weltoffene Jugendliche auszuwählen, die eine Botschafterrolle übernehmen können." Auch am Geld soll der Austausch nicht scheitern: Schüler erhalten ein Stipendium.
Allerdings sei die Hürde Auswahlverfahren schon hoch gewesen, gibt Franziska zu. "In den Sommerferien habe ich mich intensiv darauf vorbereitet, habe viel über Politik, Geschichte und Kultur des Landes gelesen und gelernt", berichtet sie. In zwei Gesprächen musste sie ein Gremium dann überzeugen, dass sie die Richtige ist. Schließlich werden von 150 Bewerbern etwa 25 bis 30 ausgewählt.
Bevor es im Sommer einmal um die Welt geht, wird Franziska sich im Reiseführer informieren, im Mai gibt es ein Vorbereitungscamp. "Ich bin gespannt auf Land und Leute, auf Sitten und Kultur. Ich bin offen für alles", erzählt die 15-Jährige. Mit dieser Offenheit hat sie die Jury überzeugt und auch ihre "Schwester auf Zeit" Emily für sich gewonnen. Die Rothenuffelnerin kann sich vorstellen, später als Botschafterin zu arbeiten oder beim Auswärtigen Amt.
Kirche bleibt in guter Erinnerung
Emily schwärmt von ihrem Aufenthalt in Deutschland. An den sogenannten Regionaltagen hat sie zahlreiche Städte (etwa Köln und Lübeck) bereist, sie war in Weimar, Dresden und Münster, die Abschlussfahrt schließlich führt die Stipendiaten nach Berlin. Grace Dwyer war zur gleichen Zeit aus Australien zu Gast bei Fiona Krause in Minden.
Insgesamt hat Emily bei ihrem Aufenthalt ein gutes Stück Deutschland kennengelernt. Wenn sie später an Hille zurückdenkt, wird ihr besonders die Kirche in Erinnerung bleiben, sagt sie. Hier hat sie mit Franziska die Jungschar-Treffen besucht. Auch das Wiehengebirge und das Moor haben ihr gut gefallen. Toll war für beide der schneereiche Dezember: Die Schülerinnen waren Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen und auch Joggen im Schnee. Franziska macht Triathlon-Training, das auch bei eisigen Temperaturen stattfindet.
Da auch ihre Gastschwester läuft, haben sie gemeinsam die Laufschuhe geschnürt. Beide teilen zudem die Leidenschaft für das Klavierspiel. Nach einiger Zeit habe sich ein schöner Alltag eingespielt, sagt Stefanie Frederking. "Ich war nicht als Tourist hier, sondern wie eine Tochter", vergibt Emily ein Kompliment. Wer sich über einen Austausch in Australien oder Neuseeland informieren möchte, kann dies im Internet unter
www.gdansa.de.
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