Warten hat ein Ende: Kommunikationsunternehmen Vodafone beginnt in Kürze mit Umrüstung der Sendeanlagen
Noch vor Weihnachten sollen dort die ersten Haushalte in Windeseile durchs World Wide Web surfen können.
"Mit der Bereitstellung der neuen Technologie leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer hochmodernen Kommunikationsinfrastruktur sowie zur Stärkung von Hille und Umgebung als Wirtschaftsstandort", sagt Vodafone-Regionalleiter Klaus-Peter Jacky.
Vodafone Deutschland hatte bei der Frequenzauktion der Bundesnetzagentur Ende Mai in großem Umfang neue Funkfrequenzen ersteigert, um das schnelle Internet zu realisieren. Das Unternehmen investierte 1,43 Milliarden Euro in die Ersteigerung.
Vom flächendeckenden, lückenlosen Internet profitieren vor allem die Menschen im bislang unterversorgten ländlichen Raum. Auch für die Gemeinde Hille ist ein leistungsstarker Internetanschluss ein Standortfaktor (das MT berichtete).
In den kommenden Tagen wird mit dem Ausbau des neuen Mobilfunknetzes begonnen. Die Long Term Evolution-Technik (LTE) ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens drei MBit/s und je nach Standort von bis zu 50 MBit/s. Das ist ein Vielfaches der bislang erreichten Leistung.
Ohne großen Aufwand werden die Techniker in Kürze mit der Umrüstung der Sendeanlagen beginnen. Für den Anschluss an das moderne Mobilfunknetz müssen lediglich einige Antennen ausgetauscht werden. "Die Veränderungen sind für den Laien kaum zu erkennen", sagt Klaus-Peter Jacky.
Verbindung über Funk
Da die Breitbandverbindung drahtlos hergestellt wird, erübrigen sich aufwendige, zeitintensive und teure Erdarbeiten zur Kabelverlegung. Auch der komplizierte Zugang über das Kupferkabel bis zum Haus, die so genannte letzte Meile, entfällt. "Das mobile Internet ist ebenso schnell, sicher und leistungsstark wie ein Festnetzanschluss", versichert Jacky. Durch seinen geringen Energiebedarf arbeite es zudem umweltschonend. Nach Einschätzung von Vodafone werden die Geräte für den Empfang der neuen Funksignale bis Dezember im Handel verfügbar sein.
Bereits seit einigen Wochen können Kunden der bis Ende des Jahres versorgten Gemeinden die neuen LTE-Tarife unter
www.vodafone.de/turbo-internet und über die Hotline (08 00) 1 07 00 74 bestellen. Außerdem können sich alle Interessierten vormerken lassen, um automatisch Informationen zum Ausbaustart in ihrer Region zu erhalten.
"Die Gemeinde Hille begrüßt die bessere Versorgung mit einer schnellen Internetverbindung", sagt Sachbereichsleiter Bernd Küchhold, im Rathaus in Hartum zuständig für dieses Thema.
Im Herbst vergangenen Jahres habe die Gemeinde eine flächendeckende Umfrage bei Gewerbetreibenden und Privatnutzern durchgeführt, um den Bedarf für eine Breitbandversorgung zu ermitteln. "Die Auswertung zeigte, dass in großen Teilen der Gemeinde eine Unterversorgung herrscht." Definiere man Haushalte mit einer Bandbreite von weniger als zwei Mbit/s als unterversorgt, so treffe das auf fast 87 Prozent der Firmen und 89 Prozent der Privathaushalte zu.
Die Rücklaufquote hatte bei der Befragung bei den Betrieben bei 28 Prozent, bei den Privatnutzern bei knapp 19 Prozent gelegen.
Anschließend versuchte die Verwaltung, Telekommunikationsunternehmen für ein Breitbandengagement in der Gemeinde zu interessieren. Vergeblich: Auf Anfragen gab es nur negative Reaktionen, auch ein sogenanntes Markterkundungsverfahren blieb erfolglos.
"Gemeinde hat alle Schritte eingeleitet"
Dann kam die Nachricht von der Bereitstellung von öffentlichen Zuschüssen für den Breitbandausbau aus dem Landeshaushalt.
Daraufhin wurde zusammen mit der Stadt Minden für das Versorgungsgebiet Hartum/Hahlen Ende Mai die Ausschreibung für den Bau eines Hauptverteilers in die Wege geleitet, für die übrigen Dörfer der Gemeinde erfolgte sie am 14. Juni.
Die Ergebnisse der Ausschreibung liegen mittlerweile vor. Für Hartum/Hahlen wurde auch bereits ein Förderantrag gestellt, doch aufgrund der Haushaltslage gibt das Land zurzeit keine Gelder frei. Das habe, berichtet Bernd Küchhold, die Bezirksregierung am 2. November mitgeteilt.
Für das restliche Gebiet gibt es mehrere Interessenten; ein Gutachter prüft sie und bereitet eine Vergabeentscheidung vor. Anschließend sollen Förderanträge gestellt werden. Inwieweit sie bewilligt werden, darüber könne, sagt Bernd Küchhold, die Bezirksregierung noch keine Angaben machen. "Seitens der Gemeinde wurden alle erforderlichen Schritte eingeleitet, jetzt müssen wir abwarten."