Der Hauptverdächtige, ein 19-jähriger Mann aus Herford, sitzt bereits in Haft, sein gleichaltriger Komplize aus Stemwede bleibt nach Auskunft der Polizei zunächst bis zum Prozessauftakt auf freiem Fuß. Die Ermittlungen zu einem weiteren Mittäter dauern noch an. Ein Tipp aus der Bevölkerung führte die Ermittler zu dem Trio.
Am 19. Februar stürmten um 2.50 Uhr zwei maskierte und mit einer Pistole bewaffnete Männer in die Spielothek an der Mindener Straße und bedrohten dort die Angestellte sowie mehrere Kunden. Mit den Tageseinnahmen von einigen Hundert Euro flüchteten sie anschließend in einem Auto (das MT berichtete).
Fluchtwagen stand auf nahe gelegenem Parkplatz
Laut Polizei handelte es sich bei dem Mann mit der Waffe um den 19-jährigen Herforder. In dem auf einem nahe gelegenen Parkplatz abgestellten Fluchtwagen, einem VW, wartete der junge Mann aus Stemwede. Nach ihm hatte die Polizei wenige Tage später mit einem Foto der Überwachungskamera gefahndet. Er war vor dem Eingang unmaskiert abgelichtet worden.
Dieses Duo war auch für den Überfall am 13. Januar gegen 1.30 Uhr verantwortlich; er wurde von ihnen in der gleichen Vorgehensweise verübt. Der Herforder raubte unter Vorhalt der Schusswaffe das Geld, sein Komplize wartete draußen im Fluchtwagen.
Inhaftiert wegen mehrerer Raubüberfälle
Im Rahmen der Ermittlungen gelang es den Kripobeamten in der vergangenen Woche, zunächst den 19-Jährigen aus Stemwede dingfest zu machen. Er zeigte sich in seiner Vernehmung geständig. Da er bisher polizeilich noch ein unbeschriebenes Blatt war und keine Haftgründe vorlagen, konnte er später wieder gehen.
Kurios auch für die Polizisten: Den Haupttäter brauchten sie erst gar nicht festzunehmen, er saß zu diesem Zeitpunkt bereits in einer Justizvollzugsanstalt wegen anderer Raubüberfälle.
Bei den Wohnungsdurchsuchungen fand die Polizei zwei bei den Taten getragene Jacken sowie weiteres Beweismaterial. Das geraubte Geld hatten die Männer bereits ausgegeben.
Bei den Überfällen wurde niemand verletzt, allerdings erlitten die Opfer einen Schock. Der Betreiber der Spielothek hatte bereits nach der ersten Tat die Sicherheitsmaßnahmen für seine Angestellten und die Kunden verbessert. Dazu gehörte auch der Einbau einer modernen Videoüberwachungsanlage. Außerdem prüfen jetzt die Verantwortlichen, die Täter auf Schadensersatz zu verklagen.



















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