In wöchentlich zwei Schulstunden wird von den 35 Jungen und Mädchen gedacht, gedanklich geforscht, gefragt, assoziiert, zugehört, argumentiert, begründet und diskutiert, was das Zeug hält - eben philosophiert im klassischen Sinnen. "Dies ist kein Lehrkurs über Philosophie, sondern die Schüler und Schülerinnen machen sich selbst ihre Gedanken", sagt Lehrer Achim Lakatsch, der zusammen mit seiner Kollegin Melanie Untermoser das Projekt betreut.
Achim Lakatsch und Melanie Untermoser.
Die Antworten werden notiert.
Gefördert wird es von der Europäischen Union; der Verbundschule stehen nach Auskunft von Melanie Untermoser 8000 Euro für das zwei Schuljahre währende, internationale Projekt, das mit dem zweiten Halbjahr startete, zur Verfügung. Kürzlich, in der dritten Sitzung, beantworteten die Schüler, die Gesamtschule und Gymnasium besuchen, in Kleingruppen jene Fragen, die sie zuvor zu der Kurzgeschichte "Donnergrollen" von Daniela Camhy erarbeitet hatten. Es waren einfache Fragen zum Inhalt, die jedoch Dimension annahmen: Von Nils´ Angst vor Blitz und Donner, sein Wissen über die Entstehung von Gewittern und das, was es bewirkt, nämlich Ablenkung, führte die Diskussion im Plenum hin zu den Themen "Wissen, Vergessen und Wahrnehmung" und schließlich zu den unterschiedlichen Sinneseindrücken bei Erwachsenen und Kleinkindern.
Die Kinder entwickelten Ideen und Theorien, forschten nach Ursachen und Gründen, nannten Kriterien und zogen Konsequenzen - halt Philosophie im Kleinen. Und ganz gemäß dem Konzept der beiden Lehrer: "Denken und Sprechen kann man lernen und üben." Die Ergebnisse des Comenius-Projekts werden auf einer DVD und in einem Buch festgehalten; geplant ist auch ein Informationsaustausch mit den teilnehmenden Schülern in Holland, Bulgarien und Österreich.
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