Minden/Kassel (mt). Der Kasseler Kali- und Düngemittelhersteller K+S hat bestätigt, dass er Genehmigungsanträge für zwei Salzabwasser-Leitungen vorbereitet: eine kurze Leitung zum hessischen Abschnitt der Oberweser und eine Pipeline zur Nordsee. Gegen die Oberweser-Lösung, die nicht nur angesichts von Widerständen in der niedersächsischen Landesregierung gegen eine Laugeneinleitung ins Wattenmeer bei K+S favorisiert wird, erheben Umweltverbände und Politiker Protest.
"Weser und Werra dürfen nicht der Abwasserkanal der Kaliindustrie bleiben", teilte die ostwestfälisch-lippische Bundestagsabgeordnete Ute Koczy (Bündnis90/Grüne) mit. "Eine Laugenpipeline, die auf einem Bruchteil des Weges an der Oberweser bei Bad Karlshafen endet, ist Stückwerk." Die Empfehlungen des Runden Tisches sähen dagegen den Bau und Betrieb einer Fernleitung bis zu einer geeigneten Einleitungsstelle an der Nordsee vor. Koczy fordert von K+S ein ökologisches Gesamtkonzept zur Lösung der "jahrzehntelang angehäuften Umweltprobleme".
Nach Auffassung von K+S würde durch die kostengünstigere Oberweser-Pipeline die Werra entlastet. Beim Eintreffen der Abwässer an der Diemelmündung wären diese so verdünnt, dass der Chloridgehalt unter der Grenze von 400 Milligramm pro Liter liegen würde. Dieser Wert bedeute keine Verschlechterung für Lebewesen in der Weser.
Ute Koczy forderte von K+S, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um die Abwassermenge zu reduzieren. Die Nordsee-Pipeline sei schnellstmöglich zu realisieren.




