Um fünf Uhr am Sonntag war der Pegel schon auf 6,31 Meter gefallen. Um 13 Uhr waren 6,26 registriert worden. Damit hat der Scheitel der zweiten Weser-Hochwasserwelle das Mindener Land definitiv passiert. Auch die nächstgelegenen Pegel am Oberlauf wiesen seit den Mittagsstunden wieder rückläufige Werte auf.
Allerdings ist offensichtlich eine dritte Welle im Anmarsch: In Hann. Münden, wo seit Samstag früh die Pegelstände wieder markant anstiegen, wurde auch Sonntag früh um 5 Uhr eine weitere Zunahme auf nunmehr 5,74 Meter (plus 46 Zentimeter gegenüber dem Vortagswert) gemessen. Um 13 Uhr waren es immer noch 5,73 Meter (plus 21 Zentimeter). Damit geriet der dort bisher am vergangenen Montagnachmittag registrierte Höchstwert von 5,98 Meter erneut in Sichtweite. Im Verlauf des Tages meldeten dann auch die flussab Hann. Münden gelegenen Pegel Wahmbeck und Karlshafen und ab Mittag auch Höxter wieder signifikant steigende Wasserstände.
Das MTV-Vereinsheim und die Schiffmühle in Minden waren am Wochenende nur per Boot zu erreichen. Der Krisenstab komme regelmäßig zusammen und habe die Lage im Blick, hieß es auf MT-Anfrage am Wochenende aus der Kreisleitstelle Minden-Lübbecke. Es gebe bislang keinen Grund zur Beunruhigung. Alle Vorbereitungen für mögliche Evakuierungen des Albert-Nisius-Heims an der Gustav-Adolf-Straße, des Rudolf-Winzer-Hauses am Schwarzen Weg sowie des Mindener Tierheims an der Werftstraße seien in die Wege geleitet und könnten zu jeder Zeit erfolgen.
Im Laufe der Tage habe die Feuerwehr einzelnen Bürgerinnen und Bürgern Sandsäcke zur Verfügung gestellt, teilt die Kreisleitstelle weiter mit. Alles in allem müssten Anwohner jedoch selber Vorsorge für mögliche Überflutungen tragen.
Der Überregionale Hochwasserdienst (ÜHWD) des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hielt am Wochenende in seinen Hochwassernachrichten einen maximalen Pegelstand in Porta von 6,70 Meter bis 6,80 Meter für möglich. Damit hätte dann der Scheitel der Hochwasserwelle deutlich über dem Hochwasser von 1995 gelegen.
Telefonische Pegelstands-Ansage: (0571) 19429
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