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02.03.2010
Hochwasser gehört zum Stadtleben
Petershäger Fischerstadt in der Vergangenheit öfter überflutet / Schlimmer Eisgang im Jahr 1922
VON ULRICH WESTERMANN

Petershagen (Wes). Nach der Schneeschmelze und bei den Niederschlägen hat sich die Weser in Petershagen zu einem breiten Strom entwickelt. Zahlreiche Wiesen nördlich des Petersbaches sind überflutet.

Das Hochwasser der Weser sorgt für Wasserlandschaften. Der Abschnitt der Alten Fährstraße in Petershagen zwischen Brink und Weser ist bereits überflutet. | Fotos: Ulrich Westermann

"Land unter" heißt es für den Räumweg am Hafen und den östlichen Anschnitt der Alten Fährstraße. Dort ist der alte Hochwassersteg nicht mehr trockenen Fußes erreichbar.

Der Hafen zwischen Weser und Maschstraße ist so gut gefüllt, dass der Wasserspiegel die Unterkante der Brücke im ehemaligen Einfahrtsbereich beinahe berührt. Der eigentliche Abstand von der Brückenunterkante bis zum mittleren Hochwasser beträgt 3,50 Meter. Überflutet ist bis hin zum Schloss Petershagen auch der alte Ladeplatz nördlich der Fährstelle.

Früher gab es in der Petershäger Altstadt große Überschwemmungen. Besonders schlimm wurde es, wenn nach dem Zufrieren der Weser Tauwetter einsetzte und "das Eis ging". Die Folge war, dass die Fischerstadt unter Wasser stand und die Straßen mit Booten befahren werden mussten. Auch auf der Mindener Straße in Höhe des Alten Amtsgerichts stand schon das Wasser.

In Unterlagen aus den 1930er-Jahren heißt es, dass die Eisdecke der Weser bis Stolzenau stehen blieb. Das Wasser suchte einen eigenen Weg und überflutete dabei Wiesen, Felder und Straßen in der Stadt.

Besonders schlimm war es im Jahr 1922, als die Weser bei strengem Frost in den Uferbereichen zufror. Die Eisschollen schoben sich in der Flussmitte nach und nach zusammen, sodass sich eine große Kraterlandschaft bildete. In Höhe der alten Fährstelle hatten sich bis zu zehn Meter hohe Eisberge aufgeschichtet.

Diese bizarre Landschaft mit Eishügeln, Schluchten und Höhlen lockte Besucher. Ein Petershäger Seminarist kam bei seinem Leichtsinn mit dem Schrecken davon. Er rutschte in ein Eisloch, hatte aber Glück, dass ihm das Wasser an dieser Stelle nur bis zur Brust reichte. Nach Tauwetter und Hochwasser begannen die Aufräumungsarbeiten.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 01.03.2010 um 21:25:48 Uhr

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