Für dieses couragierte Verhalten der Schülerin gibt es vom Trainer ein großes Lob. "Es ist wichtig, den Täter zu überraschen", sagt Jens Howe von der Mindener Sportschule Ginko, der in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat Vorbeugung der Mindener Polizei Selbstverteidigungskurse gibt.
In vier Einheiten à 90 Minuten bekamen jetzt die Viertklässler der Domschule eine Einweisung in die Techniken der Selbstverteidigung. Angeboten werden dieser Kurse im Offenen Ganztag, in den Schulferien oder im Rahmen des Sportunterrichts. "Diese Kurse gibt es seit eineinhalb Jahren an. An Grundschulen in gemischten Gruppen, an weiterführenden Schulen werden Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet", erklärt Birgit Thinnes vom Kommissariat Vorbeugung, die den Teilnehmern von ganz konkreten Fällen aus der Polizeiarbeit berichtet - vor allem sexueller Missbrauch ist hier Thema.
Mimik und laute Stimme
Schüchterne Kinder hätten zwar nach der Teilnahme an solch einem Kurs keinen anderen Charakter, aber sie hätten häufig eine völlig andere Körpersprache, berichtet Birgit Thinnes von vielen positiven Rückmeldungen. "Ich habe mir vorher nie so bewusst gemacht, dass mich jemand angreifen könnte", erzählt Violetta. Von Jens Howe habe sie Techniken gelernt, mit denen sie sich wehren könne.
Natürlich seien kleine Kinder nicht so stark wie Erwachsene weiß Jens Howe, aber sie müssten aus ihrem Opfertypus rauskommen. "Vor allem durch Mimik und eine laute Stimme können auch Kinder ihren Standpunkt behaupten", erklärt Jens Howe, der viele Situationen anhand von Rollenspielen übt.
Clara (10) haben an dem Kurs vor allem die Ideen gefallen, wie man einen Täter abschrecken kann. "Ich weiß jetzt, wie ich zutreten muss und habe gelernt, zu schreien, damit der Angreifer loslässt."
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