Die Mindener Künstlerin spielt damit auf die Arbeit und das Leben an, das diesen Industriebetrieb einst antrieb, bis eben 2004 beschlossen wurde, dass hier die Lichter ausgehen. Und "der Letzte macht das Licht aus" wurde in der Zeit vor der Öffnung der Mauer zum geflügelten Wort, als die Bürger in Scharen der DDR den Rücken kehrten. Einen ähnlichen Exodus hat dieser Industriebetrieb erlebt.
Mit dieser Installation verlässt Mary Wehling van Blaricum die gewöhnlich von ihr bevorzugten Techniken Malerei, Zeichnung oder Plastik. Mit Mitteln der Fotografie, Malerei und eines Fundobjektes erschuf sie ihre Assemblage. Zwei Fotografien in Postergröße zeigen den aktuellen desolaten Zustand der ehemaligen Weserwerft. Die Künstlerin hat sie auf zwei mit Rost beschichtete Holztafeln aufgeklebt und den Rand sparsam mit malerischen Mitteln gestaltet. Auf die dritte Holztafel in gleicher Größe hat die Dankerserin, die seit vielen Jahren im Verein für aktuelle Kunst aktiv ist, zwei Fundstücke vom Werftgelände montiert - Schaltkästen, von denen sie einen mit einer Leuchtstoffröhre bestückt hat, auf dem anderen sind drei Schalter montiert, ebenfalls Originale von der Werft. Mit einem der Schalter lässt sich das Licht tatsächlich an- und ausschalten. "Das hätte ich ohne meinen Bruder Klaus Vogt nicht realisieren können", sagt die Künstlerin und verrät, dass es gar nicht so einfach gewesen sei, die mehr als 40 Jahre alten Schalter wieder in Bewegung zu setzen.
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Was Mary Wehling van Blaricum bei der Wahl des Titels für ihre Arbeit nicht ahnen konnte, war, dass der Beitrag über ihre Arbeit zugleich den Schlusspunkt zu der MT-Serie über die achten vom Verein für aktuelle Kunst organisierten Kunsträume werden würde.
Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 24. Februar, im Preußen-Museum Minden zu sehen. Am letzten Ausstellungstag bietet der Verein auch nochmals um 11.30 Uhr eine Führung an. Alle Artikel dieser Serie sind in der Rubrik Blickpunkt auf www.mt-online.de zu finden.

