Vorfahre von Oberstleutnant Alexander Wilson starb 1759 bei der Schlacht bei Minden
"Meine Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter Catherine war mit ihren zwei Söhnen auf dem Feld, Alexander war zweieinhalb Jahre, James, acht Monate alt. Sie fanden meinen Ur-Ur-Ur-Urgroßvater Thomas Wilson auf dem Schlachtfeld", sagt Alexander Wilson.
Sie hatte einen Brief vom General bekommen. Dieser erlaubte ihr, das Feld nach ihrem Ehemann abzusuchen. Damals war sein Vorfahre Thomas Wilson 42 Jahre alt. Gestorben ist er allerdings nicht auf dem Schlachtfeld, sondern erst vier bis fünf Tage später an seiner Verwundung in einem Krankenhaus nördlich von Minden. "Wir wissen nicht viel über ihn", so Alexander Wilson. Dass er ein Fahnenträger war, weiß Wilson aber noch. "Es war sehr gefährlich, in der britischen Infanterie zu sein, wenn man dann noch zehn Meter weiter vorne laufen musste, war es noch gefährlicher."
Zur Gedenkfeier ist Wilson für ein Wochenende aus London angereist. Dort arbeitet er im Verteidigungsministerium. "Ich glaube, ich bin der einzige hier, der direkte Vorfahren hat, die bei der Schlacht in Minden dabei waren", vermutet er. Außerdem sei seine Familie stark mit dem Militär verbunden. Viele seiner Familienmitglieder traten in die britische Armee ein.
Vor zwei Jahren ist der 40-Jährige schon einmal im Mühlenkreis gewesen. Mit seiner Brigade in Hohner hat er den Kampfplatz schon einmal besichtigt. Auch dieses Jahr ist Wilson gekommen, um sich das Schlachtfeld anzusehen. "Ich war beim Denkmal in Todtenhausen".
Dort hat der Engländer einen Kranz niedergelegt. Nächstes Jahr plant Wilson, seine Familie mit nach Minden zu nehmen, um seinen sechsjährigen Sohn Thomas das Schlachtfeld zu zeigen.
In seiner Familie gibt es allerdings gemischte Sichtweisen auf die Stadt. "Schließlich ist ein Vorfahre von uns hier umgebracht worden", ergänzt er. Doch dem Oberstleutnant gefällt es hier trotzdem. Er genoss die Festlichkeiten rund um die Schlacht und war besonders von der Militärmusik beim "Tattoo" begeistert.
Auch in England wird der 1. August gefeiert. Dort ist er besser bekannt als Minden Day. Allerdings feiert die Bevölkerung den Tag weniger. "Ich glaube, die Leute wissen nicht so viel über Minden, aber die sechs Infanterie-Regimente, die gekämpft haben, kennen den Tag. Sie tragen dann die Minden Rosen als Symbol und feiern. Für die britische Armee ist die Schlacht bei Minden sehr bedeutend."
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