Zehntausende kommen zum Jubiläum der Schlacht, doch das Wochenende verläuft ruhig / Erfolgsbilanz gezogen
Der (historische) Krieg, zu dem am Samstag viele hingingen, hatte offenbar ein überaus friedliches Miteinander der Feiernden zur Folge. Die Polizei schätzt, dass mindestens 30 000 Besucher in den vergangenen Tagen in der Stadt waren - andere Schätzungen gehen von bis zu 60.000 Menschen aus. "Es gab keine Schlägereien, keine Pkw-Aufbrüche, keine Unfälle und der Verkehr lief geordnet", erklärte gestern Polizeipressesprecher Werner Wojahn. "Es war ein absolut ruhiges Wochenende für die Polizei."
Auch der Rettungsdienst der Feuerwehr hatte sich angesichts der zu erwartenden Zuschauermassen auf das Äußerste gefasst gemacht und ein weiteres Fahrzeug in den Dienst genommen. Aber nur mehr als zehn Einsätze waren wegen der Veranstaltungen erforderlich - meist waren Personen gestürzt oder hatten eine Kreislaufschwäche erlitten. Lediglich am Sonntagnachmittag musste die Löschgruppe Hahlen eine Fläche ablöschen, die nach einer Schießvorführung in Brand geraten war. "Es war ein entspanntes Geschehen für solche Veranstaltungen", erklärt Heino Nordmeyer, Leiter der Feuerwehr Minden.
Ordnungshüter ständig im Einsatz
"Aus unserer Sicht ist das gesamte Wochenende eher ruhig verlaufen", sagt auch Susann Lewerenz, Pressesprecherin der Stadt Minden. Mit bis zu vier uniformierten Einsatzkräften waren Mitarbeiter der Mindener Ordnungsbehörde am Wochenende in der Innenstadt unterwegs. Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Vielfach wurden die Beamten von Besuchern nach organisatorischen Dingen gefragt wie Marschwege von Musikgruppen, Toiletten- oder Sanitätsstandorten.
Alle Beteiligten hätten großes Engagement gezeigt und sehr gut zusammengearbeitet, erklärte am Montag Bürgermeister Michael Buhre. "Mit dem Festwochenende hat Minden gezeigt, was es kann."
Doch es gab auch Kummer. So beschwerten sich beispielsweise Anwohner des Simeonsplatzes, dass sie ohne schriftliche Vorwarnung der Stadt am Sonntagmorgen, gegen 5.30 Uhr, vom städtischen Müllgebläse geweckt wurden. Zu viele waren am Freitag zum Tattoo gekommen - und dazu hatten sich nach Beobachtungen der Polizei etliche Gäste aus dem Saarland, Berlin oder anderen Regionen Deutschlands in den Wagen gesetzt. Für Tausende gab es keinen Platz.
Gespannt verfolgten zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Brückenschlag.
Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der für die Ausrichtung des Schlachtenjubiläums zuständigen Minden Marketing GmbH (MMG), weist auf das unkalkulierbare Risiko der Großveranstaltung hin. Für den Fall schlechten Wetters habe nur mit einer halb so großen Nachfrage gerechnet werden können - und dazu seien Veranstaltungsorte wie das Weserstadion zu groß. Denkbar sei allerdings, in den kommenden Jahren ein Tattoo auf dem Simeonsplatz durch einen kommerziellen Veranstalter anzubieten.
Auch andere Neuerungen zum Schlachtenjubiläum bewertet Sander als zukunftsfähig wie die Gourmetmeile an vier Tagen oder den neuen Minden Barbecue. Ähnliches gelte auch für andere Teile des Veranstaltungsprogramms.
Nach Einschätzung von Sander hat das vergangene Wochenende wesentlich zur Außenwerbung der Stadt beigetragen. Nicht nur zahlreiche Filme und Bilder über die Schlachtdarstellung auf Kanzlers Weide kursieren jetzt im Internet. Etliche Fernsehsender und überregionale Printmedien hatten über das Jubiläum berichtet. Schon in den vergangenen Wochen waren fast alle Hotels der Stadt ausgebucht gewesen. Der MMG-Geschäftsführer: "Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen."