Lydie Auvray und die Auvrettes bieten auf dem Markt kurzweilige und abwechslungsreiche Unterhaltung mit Niveau
Natürlich erwartet man von einer Französin mit Akkordeon die typischen beschwingten Pariser Musette-Walzer und die spielt sie auch mit Fröhlichkeit und Temperament. Letztlich aber sind diese nur heimatliche Ausgangsbasis für eine Reise durch die Welt der Harmonikaklänge. Tango, Bossa, Fado oder Salsa wechseln mit Spanischem oder Afrikanischem, oft mit einer dezenten Jazznote und immer mit viel französischem Flair gewürzt.
Was all diese Stücke verbindet, ist, neben dem Akkordeon natürlich, der für Lydie Auvray charakteristische eigene Ton. Bei aller Virtuosität auf ihrem Instrument schafft sie es dennoch auch gesanglich zu glänzen. Mit sanfter, ausdrucksstarker Stimme singt sie ihre Geschichten. Einen Tango widmet sie der Normandie ihrer Kindheit und einen anderen "Für Else" ihrer Freundin Elke Heidenreich.
"Chanson d´Amour" ist ein Liebeslied über die Schwierigkeit ein Liebeslied zu schreiben. "Il Paradiso" beschreibt arme brasilianische Kinder und das fröhliche "Oh, ma Cannellou" ist eine Liebeserklärung an ihre Tochter.
Neben den eigenen Titeln präsentiert sie auch, teilweise recht komplexe, Kompositionen ihrer Musiker und ihre französische Version von "Stairway to Heaven" klingt so, als hätte sie selbst es geschrieben. Wie sie spielt, wirkt sie manchmal wie verwachsen mit ihrem weißen, chromatischen Akkordeon, scheint sich wohlzufühlen auf der Bühne und ihre humorvollen Ansagen und die Scherze mit den Musikern wirken natürlich und spontan. So erklärt sie, nur für die Leute vorn an der Bühne zu singen und nicht für die, die essen, trinken und reden und sucht immer wieder nach Franzosen im Publikum.
Band weiß an richtigen Stellen Akzente zu setzen
Mit den Auvrettes hat Lydie Auvray eine Band hinter sich, der sie blind vertrauen kann. Schlagzeuger Andreas Neubauer führt den Rhythmus einfühlsam und kraftvoll, weiß an den richtigen Stellen Akzente zu setzen oder angenehm zurückhaltend zu agieren. Eckes Malz am Keyboard steuert sensibel Fülle bei, unterstreicht und ergänzt und sorgt auch gesanglich für den passenden Hintergrund. Auch Gitarrist Markus Tiedemann singt, spielt aber meist die passenden Akkorde und sorgt mit virtuosem Melodiespiel für eine weitere ansprechende Stimme. Bassist Gigu Neutsch rundet das angenehm volle Klangbild behutsam treibend ab.
Die Musik-Gourmets vor der Bühne gehen mit, einige tanzen, alle spenden reichlich Applaus.