Sutton Chorale und Jugendkantorei St. Marien bestreiten Motette
Zwar nur zwischen Briten und Deutschen, die bekanntlich auf gleicher Seite kämpften, aber dafür chorisch eindrucksvoll und mit Werken ausschließlich englischer Tradition. Der Sutton Chorale und die Jugendkantorei St. Marien bestritten gemeinsam diese Veranstaltung.
Zwei zeitlich ausgedehnte Blöcke gehörten den Gästen von der Insel, ein Werk war den Mindenern vorbehalten und am Ende versammelten sich alle zu einem überwältigenden Finale. Dies die Dramaturgie der vorabendlichen Stunde.
Bei dieser Gelegenheit setzten sich die Gäste aus Großbritannien lautstärkemäßig kräftig in Szene. Ihr Singen hatte etwas Beschwörendes: Klangprächtig wurde unter der Leitung von Martin French vorgegangen und das Ganze von Daniel Battle an der Orgel entsprechend untermalt. Wesleys "Thou Wilt Keep Him" oder Irelands "Greater Love Hath No Man" mit ihren gefälligen thematischen Erfindungen ließen das Kirchenschiff erbeben und gingen unter die Haut. Nur mit den Soli hatte der Sutton Chorale einfach kein Glück: Sie wackelten mehr als man es unter diesen Umständen erwarten durfte.
Angesichts dieser Klangmacht zog sich die Jugendkantorei von St. Marien achtbar aus der Affäre. Man könnte sogar sagen, dass sie unter dem Dirigat Manuel Doormanns dem imposanten vokalen Strom britischer Provenienz so etwas wie einen zart-liebenswerten Zugang typisch deutscher Art entgegensetzten.
Überwältigend jedenfalls das Finale. Das "Halleluja" aus Georg Friedrich Händels "Messias" kam als tempomäßig breit inszenierte und dynamisch markerschütternde Bitte an den Herrn, der "regiert auf immer und ewig". Faszinierend wie Martin French die vor den vier Schlussakkorden stehenden zwei Viertelpausen ins Unendliche dehnte. Da war neben Überwältigung auch viel Pathos im Spiel.