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31.07.2009
Herzog-von-Braunschweig-Mahl: Historie erinnern - Zukunft gestalten
Von geistiger und kulinarischer Gemeinsamkeit
VON MARTIN STEFFEN (TEXT) UND LENNART WEBER (FOTOS)

Minden (mar). Gelungener Auftakt trotz sommerlicher Regenschauer bei gleichzeitiger Abendsonne. Mit dem Vortrag zum Herzog-von-Braunschweig-Mahl begannen gestern Abend die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden.

Zu den Klängen der Minden Band hatten sich die Zuhörer zwischen Dom und Rathaus versammelt.

Steffen Kampeter, CDU-Bundestagsabgeordneter, verband Vergangenheit und Gegenwart und hob die europäische Perspektive des Jubiläums hervor.

Kampeter würdigte den Namensgeber des Abends, Herzog Ferdinand von Braunschweig: Der Herzog habe als politisch-militärische Leitfigur Maß und Mitte bewiesen und sei deshalb ein würdiger Namensgeber auch der Mindener Pionierkaserne. Ferdinands Umgang mit Geld (er starb verschuldet) sei ein warnendes Beispiel für schlechtes Wirtschaften - auch wenn er im Vergleich zu aktuellen Beispielen wie ein Sparfuchs wirke.

Von leeren Kassen zum Ehrenamt: Der Redner würdigte den Einsatz vieler Freiwilliger bei der Durchführung der Feierlichkeiten. "Diese Feier ist ein Bürgerfest."

Steffen Kampeter verband in seinem Vortrag Vergangenheit und Gegenwart.

Geschichte muss keine humorfreie Zone sein - dieser Nachweis gelang Kampeter mehrfach. Unter anderem mit der These, Herzog Ferdinand habe 1759 das heimische Bier gerettet - denn für einen Weinanbau infolge eines französischen Sieges hätte es an Weser- und Wiehengebirge kaum gute Voraussetzungen gegeben. Auch hätte dem Herzog möglicherweise die kulinarische Emanzipation des Bürgertums, die sich im Festmahl zeige, nicht gefallen.

Ernstes bildete den Rahmen für Kampeters Ferdinand-Thesen. Mit Blick auf den symbolischen Ort des Festabends - vorm Westwerk des Doms - erinnerte er an die geistigen Wurzeln Europas und an die Bedeutung der europäischen Einigung.

Verdeutlichte die Bedeutung der Schlacht für die Briten: Generalmajor Adrian Bradshaw.

2009 gehe es nicht darum, die Konfliktverläufe von 1759 wieder aufleben zu lassen. Europa sei das Gegenmittel gegen jeglichen Nationalismus, der über kurz oder lang immer zum Krieg geführt habe. In Minden zeige sich 2009 europäische Gemeinsamkeit auf allen Ebenen.

Zuvor hatten Landrat Dr. Ralf Niermann, Stadtmajor Klaus Piepenbrink und der Kommandeur der 1. britischen Panzerdivision aus Herford, Generalmajor Adrian Bradshaw, Grußworte übermittelt. Insbesondere Bradshaws Ansprache fand einigen Beifall - nicht nur, aber auch, weil sie auf Deutsch gehalten wurde.
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Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 31.07.2009 um 02:25:09 Uhr
Letzte Änderung am 31.07.2009 um 02:51:35 Uhr

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