Ausstellung "Guns & Roses" zeigt Banner von Künstlergruppen aus Paris und London zum Thema Krieg und Frieden
Katja Rosenberg, sowohl Mitglied im Verein für aktuelle Kunst im Kreis Minden-Lübbecke, wie bei den East-London-Printmakers hat dieses Zusammentreffen mit Marion Tüting (Minden Marketing) organisiert. "Die Simeoniskirche war damals ein Lazarett und ist sehr in Mitleidenschaft gezogen worden", erläutert Tüting, die Idee zu dieser Ausstellung, die von der heute Offenen Kirche angestoßen wurde. Dazu suchte der heimische Verein eine Gelegenheit, die Printmakers zu einem Gegenbesuch einzuladen (heimische Künstler beteiligten sich im Frühjahr 2008 an der Schau Loveletters to London in der City Hall). Katja Rosenberg knüpfte den Kontakt zu den französischen Kollegen und so ist an diesem Ort nun ein friedliches Zusammentreffen zu sehen.
Und so hängen nun 16 gleichformatige Banner, die sich mit dem Thema Krieg und Frieden auseinandersetzen, von 15 Künstlern aus London und Paris vereint in der Kirche. Die Künstler nähern sich dem Thema aus der biografischen Perspektive oder mit philosophischem Ansatz, mal plakativ oder auch abstrakt.
Katja Rosenberg hat auf der einen Seite ein sinkendes Schiff gemalt, weil ihre Familie beinahe auf der Gustloff gelandet wäre. Auf der Rückseite sind in Erinnerung an das Lazarett Mullbinden mit Sicherheitsnadeln angebracht, an denen die Besucher eigene Erinnerungen befestigen sollen. Ivonne Adel-Bueros Zeichnung vereint symbolträchtig den Lauf einer Waffe und die Spuren nackter Füße - ein Zeichen für Hoffnung? Fabienne Monnot hat "neue Spitzen" gewoben und verweist damit auf die "feinen Kriegsherren". Kitty Reford stellt das Wörterbuch der Gewehre - comichafte Zeichnungen von Waffen in Schwarz-Weiß - neben das farbige Wörterbuch der Rosen. Wie ein Flickenteppich nimmt sich die Arbeit von Florence Sagittario aus, die auf Gebietsstreitigkeiten verweist und auf der Rückseite eine stilisierte Sicht aus der Vogelperspektive auf das Schlachtfeld bietet und zugleich an eine Uniform erinnert.
Stephanie Pau wählt das Symbol der Rose, an der statt Dornen Gewehre wachsen. Sie wächst aus einem Berg von Leibern. Metamorphose hat Laurence Bessas ihre Arbeit betitelt, die ein Fabelwesen zeigt. Spuren von Kampfstiefeln auf der einen Seite, auf der anderen Seite Totenköpfe, von Rosen überdeckt, zeigt Magali Giudice. Jeanetta Gibbins zeigt Pferde wie Fußsoldaten als Opfer. Jean-Claude Escoulin nennt in seiner Arbeit die Orte von 250 Schlachten und zeigt auf der Rückseite stilisierte Bäume als stumme Zeugen. Einen abstrakten Durchschuss hat Pascale Ract aus Metall-Plättchen geschaffen, Claire Hynds verweist mit ihrer Stickerei darauf, dass Kämpfe nicht nur im Feld, sondern auch zu Hause ausgetragen werden. Die Zerbrechlichkeit von Menschenleben thematisiert auch Claire Aucouturier mit ihrem Banner aus verschiedenen Stoffen. Aiste Ramunaite kombiniert die Darstellung eines Kriegserlebnisses mit einer Andacht für einen anonymen Soldaten, während Pascale Servoz-Gavin Gewehre und Rosen zu einem psychedelischen Muster vereint.
Die Ausstellung "Guns & Roses" wird am Mittwoch, 29. Juli, um 18 Uhr in St. Simeonis eröffnet und ist bis zum 13. September zu sehen.