Softballerinnen der Minden Maniacs machen aus ihrer Begeisterung für US-Sport keinen Hehl
VON THOMAS KÜHLMANN
Minden (mt). Diane Klinke war am Wochenende nicht zu beneiden. Zuerst musste die Trainerin mit ihren Trainingskameradinnen von den Minden Maniacs eine neuerliche Beschädigung am Vereinsheim im Millers Park verkraften, dann wurde auch noch ihr geplanter Flug in die USA, wo sie ihre Mutter zu deren Geburtstag überraschen wollte, aufgrund der Aschewolke gestrichen.
Doch von beiden Nackenschlägen ließ sich die Bankkauffrau nicht umhauen. Im Gegenteil. Als Spielerin und Coach der Softball-Mannschaft hat Klinke längst gelernt zu kämpfen. "Ein solcher Vandalismus ist in dieser Gegend keine Seltenheit, wir haben mit dem Brennpunkt Bärenkämpen zu kämpfen", kommentierte die Sportlerin, die zusammen mit ihren Mitspielerinnen bislang ein Mauerblümchendasein in Minden fristet, die Verwüstung.
Die gebürtige Amerikanerin, die auch heute noch den US-Pass besitzt, mit einem Deutschen verheiratet ist und in Porta Westfalica ihr Zuhause gefunden hat, ist mit Leidenschaft bei der Sache, wenn es um Softball geht. "Sicher gehört eine Grundbegeisterung für amerikanischen Sport dazu, doch Softball ist bei weitem nicht nur etwas für Personen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten", so Klinke, deren Tochter Michaela sich ebenfalls der Jagd nach dem kleinen Ball verschrieben hat, während die beiden Söhne Johannes und Christopher längst ihre Leidenschaft für den Baseball entdeckt haben.
"Softball ist ein Sport für Körper und Geist", schwärmt Klinke für ihre Leibesübung, die vor 150 Jahren in den USA "das Licht der Welt erblickte" und weltweit immer mehr Anhänger findet.
Ähnlich wie im Basketball oder Eishockey - beides ebenfalls typische Nordamerika-Sportarten - gibt es auch im Softball kein Unentschieden, sodass es schon einmal mehrere Stunden dauern kann, bevor ein Sieger gefunden ist.
Gegründet wurde die Mannschaft der Minden Maniacs im Jahre 2004, als die Baseballer der Minden Millers sich bereits einen Namen gemacht hatten. Dem wollten die Frauen natürlich nicht nachstehen und spielten nach zwei Jahren des Aufbaus im Jahr 2006 ihre erste Saison. Bereits ein Jahr später belegte man in der NRW-Liga den zweiten Platz. 17 Spielerinnen betrug der Kader zu dieser Zeit.
Da jedoch ein Großteil des Personals aus Abiturientinnen bestand, die dann zum Studieren in andere Städte gingen, war der Aderlass groß, sodass nun ein kompletter Neuaufbau in Angriff genommen werden soll.
Nur Platzregen kann den Softballerinnen, deren Saison von April bis September dauert, einen Strich durch Spiel- und Trainingsbetrieb machen, ansonsten wird bei jeder Witterung geworfen, gelaufen und geschlagen. Und natürlich auch auf US-Art gefeiert - mit üppigem Barbecue und guter Laune, die auch Diane Klinke bereits wiedergefunden hat.
Wer nun Lust auf eine Sportart bekommen hat, die Spaß macht und nicht an jeder Ecke vorkommt, der kann sich bei den Minden Maniacs melden. Die Trainingsgruppe freut sich auf jede neue Spielerin. Erfahrung ist nicht erforderlich, die bekommt man laut Klinke schon an Ort und Stelle. Trainiert wird jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr im Millers Park am Tietzelweg in Minden. www.mindenmillers.de.
Haben Sie im Verein auch Sportler oder eine Sportgruppe, die mehr Beachtung verdient haben? Menschen oder Teams, die sich im Verborgenen besonders engagieren oder Außergewöhnliches leisten? Dann melden Sie sich in der MT-Sportredaktion unter Telefon (05 71) 88 21 59, damit wir auch diese Schattenperlen etwas in Licht rücken können.
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