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20.08.2011
Containerhafen an seiner Kapazitätsgrenze
Im Vorjahr rund 44000 TEU umgeschlagen / Zweistelliger Anstieg im ersten Halbjahr 2011 verzeichnet

Minden (mt/lkp). Was ihn in der Region einmalig macht, ist die Trimodalität: Der Mindener Containerhafen kann per Schiff, Bahn und Straße erreicht werden. Was ebenfalls seinesgleichen im Umkreis sucht, sind die seit Jahren größtenteils zweistellig steigenden Umschlagszahlen.

Schneller Umschlag: In Minden werden pro Woche drei Schiffe aus Hamburg und zwei aus Bremerhaven abgefertigt. | Foto: pr

Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise verzeichnete der 2002 eingerichtete Hafen ein ständiges Plus. Rund 26400 Container kamen 2010 im Mindener Hafen per Schiff, Bahn oder Lkw an. 44000 TEU (Twenty-Foot Equivalent Unit = 20 Fuß-Container-Einheit) wurden insgesamt umgeschlagen. "Damit stoßen wir in naher Zukunft an unsere Kapazitätsgrenzen", macht Joachim Schmidt, Geschäftsführer der Mindener Hafen GmbH, eine Tochter der Mindener Wirtschafts- und Entwicklungsförderungsgesellschaft (MEW), deutlich.

Die Gesamtfläche des Terminals am Industriehafen II beträgt rund 3,3 Hektar. Kapazitätsprobleme, aber auch die seit einigen Jahren vermehrt gebauten Großgüter-Motorschiffe (GMS) mit 110 Metern Länge, die den jetzigen Hafen aufgrund der zu kleinen Schleusen in Minden nicht erreichen können, waren der Grund für die mittlerweile fortgeschrittenen Pläne, direkt am Mittellandkanal einen neuen Containerumschlagplatz zu schaffen.

Das Projekt ist Bestandteil des "Hafenbandes" im Kreis Minden-Lübbecke und im Landkreis Schaumburg. Sechs Häfen mit unterschiedlichen Umschlags-Schwerpunkten bilden dann ein Band am Kanal.

Der Regio-Port Weser soll in Minden-Päpinghausen und "grenzübergreifend" auf dem Gebiet der Stadt Bückeburg in Berenbusch entstehen. Im Jahr 2012 soll Baubeginn sein. Das Projekt soll mit Mitteln aus dem Förderprogramm Kombinierter Verkehr des Bundes gefördert werden.

Der Förderantrag muss noch gestellt werden. "Hierfür ist aber ein ganzes Paket von vorbereitenden Planungen abzuschließen, Gutachten vorzulegen und insbesondere auch die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen", so Schmidt. Spätestens Anfang 2014 soll der erste Bauabschnitt für den Regio-Port Weser mit der Errichtung der Kaianlagen, der Anschaffung eines Portalkrans und der Erschließung des Geländes abgeschlossen sein.

Immer mehr Waren in Containern umgeschlagen

Nach dreistelligen Wachstumszahlen in den Jahren 2004 und 2005 stieg der Containerumschlag in Minden von Ende 2007 auf Ende 2008 um 32,69 Prozent. Bis Ende 2009 wurden 12,81 Prozent mehr TEU umgeschlagen als 2008. Die geringe Steigung von 2,28 Prozent im Vergleich von 2009 zu 2010 führt die Mindener Hafen GmbH vor allem auf die Wirtschafts- und Finanzkrise zurück. Doch bereits im ersten Halbjahr 2011 stiegen die Zahlen wieder zweistellig: 17,18 Prozent mehr TEU als im ersten Halbjahr 2010 wurden im Hafen von Januar bis Ende Juni 2011 umgeschlagen.

Positiv entwickelt hat sich in den vergangenen Monaten auch der Container-Güterverkehr. Seit Ende Juli wird wöchentlich ein zweiter Güterzug aus Hamburg abgefertigt. Die Container werden am Hafen in der Regel nur kurz zwischengelagert und dann per Lkw weitertransportiert, so Schmidt. Größter Partner sei hier die Firma Bobe Speditions GmbH aus Bad Salzuflen. Der Containerumschlag verzeichnet weltweit seit vielen Jahren einen riesigen Boom.

Die Containerisierung von Gütern nimmt weiter zu, sodass immer mehr Waren in Containern über die Seehäfen umzuschlagen sind. Von dort aus werden sie per Schiff, Bahn oder Lkw ins Binnenland weiter transportiert. Die Lagerflächen in den Überseehäfen sind begrenzt, deshalb muss der Weitertransport möglichst zeitnah erfolgen. In Minden werden wöchentlich drei Schiffsankünfte aus Hamburg und zwei aus Bremerhaven abgefertigt.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 19.08.2011 um 21:28:42 Uhr

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Kommentare
Mir gefällt der blanke Sarkasmus im Beitrag von mindener.

Er hat ja recht: Da mit jedem Container im Mindener Hafen ein Defizit erwirtschaftet wird, wird mit jedem weiteren Container der umgeschlagen wird, der negaitve Beitrag zum Erfolg des Mindener Hafens größer. Also findet mindener es schön, dass immer tiefrotere Zahlen erwirtschaftet werden und die Stadt Minden Millionen für einen erfolglosen Hafen beisteuern muß. Das kann ja nur sarkastisch gemeint sein und damit natürlich auch der Aufruf an die Mehrheit des Rates, den kommenden Untergang weiterhin zu unterstützen.

Wenn man die geplanten 80 Mio im RegioPort versenkt hat, vielleicht kaommt man dann ja in 10 Jahren auf 3 Züge pro Woche. Wow, das wäre ein echter Fortschritt und überschwemmt die Mindener Stadtkasse geradezu mit Geld.

Und die von mindener so herbeigesehnte, zu unterstütztende Region wird sicherlich auch Geld im Übermaß an Minden überweisen, weil die Region ja davon profitiert.

Der RegioPort ist und bleibt in seiner jetzigen Form eine gigantische Fehlplanung mit extrem langfristigen, negativen Auswirkungen für Minden. Entweder fängt man langsam an nachzudenken und gegenzusteuern oder folgt weiterhin der Polemik der Planer und Unbelehrbaren im Rat. In allen Parteien gibt es ausreichend Gegener des Vorhabens um das Desaster zu verhindern.

Ein sehr gutes Projekt! Schön, dass im jetzigen Containerhafen mit dem weiteren Containerzug jetzt fast die Auslastungsgrenze erreicht ist, dass macht den Regioport natürlich noch notwendiger für eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Minden.
Ich hoffe mal, dass die große Mehrheit des Rates weiterhin bei der Stange bleibt und zu dem PRojekt steht. Der Regioport ist sehr wichtig für die Stadt und die gesamte Region.

Ein Artikel passend zum Sommerloch?!
Der Begriff "Kapazitätsgrenze" ist im Sprachgebrauch des Herrn Schmidt ebenso undeutlich wie die Begriffe "Bedarf" und "Trimodalität" - ein beliebtes Buzz Word Bingo, welches Herr Schmidt besser beherrscht als eine fachlich fundierte Begründung für den RegioPort; konkrete Angaben oder Antworten wird man selten finden. Der Nachweis der Wirtschachftlichkeit wird wohl wieder ein Paradebeispiel der Ungereimtheiten werden.
- Warum kosten eigentlich andere Binnencontainerhäfen nur Bruchteile dessen, was der RegioPort Minden kosten soll? Selbst wenn die Investition zu 85% gefördert wird, bleiben für Minden in den nächsten Jahren 20 Millionen EUR aufzubringen. Da der Hafen in den nächsten 10 Jahren keinen Gewinn erwirtschaften wird, dürfen die Mindener Bürger einspringen. Und was wird, wenn die Förderung nicht kommt?...
- Warum schaffen es andere Häfen mit vergleichbarer Fläche denn ein vielfaches Umschlagsvolumen, welches im jetzigen Mindener Hafen stattfindet? Hat Herr Schmidt die Kapazität willkürlich festgesetzt oder können die anderen Hafenbetreiber es einfach professioneller?

Man sollte von Seiten des Beteribers hier keine echten Antworten erwarten.

Nach dem Klinikum wird der RegioPort das nächste "Vorzeigeprojekt". Irgendwann muss man es doch ins Fernsehen oder in Nachrichtenmagazine schaffen und sei es nur auf die Satireseite.

Schon bei der vorletzten Ratssitzung versuchte ein verzweifelt wirkender Michael Buhre den Rat zu einer Resolution an die Deutsche Bahn zu überreden - da diese offenbar gerade dabei ist, durch die geplante 'Südumgehung' für Frachtverkehr die hoch gelobte "Trimodalität" zu Grabe zu tragen. Damit immer
noch zu werben ist unseriös und wirkt schon sehr bemüht. Der vor einigen Monaten von Herrn Buhre ausgerufene "Point of no Return" für dieses Projekt nähert sich somit seiner tatsächlichen Bedeutung, so weiß z.B. Wikipedia zu berichten: "Auch in der Luftfahrt ist dieser Begriff gebräuchlich. Auf einer Startbahn gibt es einen Punkt, nach dessen Überschreiten der Start nicht mehr abgebrochen werden kann, weil die verbleibende Startbahnlänge nicht mehr ausreicht, das Flugzeug sicher abzubremsen. Es muss gestartet und gegebenenfalls eine Notlandung versucht werden." Zum Glück kennt sich die Verwaltung mit unsanften Notlandungen wie z.B. Mediationen ja prächtig aus...


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