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30.04.2011
Dezibel in der Diskussion
Regioport: Politiker beraten über Schallschutz
VON ANJA PEPER

Minden (mt). Der geplante Regioport Weser bedeutet mehr Lärm. Besonders betroffen sind die Bereiche Reckhöfen (Minden-Dankersen) sowie Cammer und Berenbusch (Bückeburg). Wie die Anwohner geschützt werden können, war jetzt Thema im Bauausschuss.

Wie der geplante Binnengüterhafen im Mindener Osten aussehen könnte, zeigt diese Planungsmontage des Regio-Ports. | Fotomontage: Drees & Huesmann

Der Lärm entsteht sowohl durch den Betrieb des RegioPorts als Logistik-Drehscheibe selbst, als auch durch das dazugehörige Gewerbe und den zunehmenden Verkehr. Erschwerend kommt hinzu, dass die drei betroffenen Ortschaften schon heute durch Verkehrslärm vorbelastet sind, insbesondere durch die B482 und die Bahnstrecken Hannover-Hamm und Minden-Nienburg. Folglich wurde die Akus GmbH (Akustik und Schalltechnik, Bielefeld) hinzugezogen, um ein Gutachten zu erstellen. Ergebnis: Die für allgemeine Wohngebiete geltenden Richtwerte sind in Reckhöfen überschritten.

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Darum fasst die Verwaltung den Bau einer vier Meter hohen Lärmschutzwand auf der Westseite der B482, insbesondere im Bereich der Kanalbrücke, ins Auge. Damit soll der Lärm ausreichend abgeschwächt werden. "Die Planung soll demnächst anlaufen", sagte Achim Naujock (Bauverwaltung). Möglicherweise seien wegen der Statik gesonderte Fundamente erforderlich. Finanziert würde der Bau von der Regioport Minden als Trägerin des Projektes.

Abgesehen vom zunehmenden Verkehr hat die Akus GmbH auch den Lärm untersucht, den der Binnengüterhafen selbst produziert. Eine Maßnahme zum besseren Lärmschutz ist die Reduzierung des Gewerbes, wie es an Häfen üblicherweise zu finden ist. Darunter fallen Speditionen, Werkstätten, Lagerflächen im Norden des Regio-Ports.

Lärmkontingent an den Hafen vergeben

Dafür werden künftig nur noch acht Hektar statt der ursprünglich geplanten 24 Hektar benötigt. Darüber hinaus nutzt die Stadt Minden die Möglichkeit, Lärmkontingente zu tauschen. Das heißt: Wenn ein Betrieb wie der Regioport mehr Krach macht als zulässig, muss im angrenzenden Bereich weniger Lärm gemacht werden. Für diesen Tausch eignet sich die 11,4 Hektar große gewerbliche Baufläche, die begrenzt ist von der Magdeburger Straße, der Cammer Straße und dem Mittellandkanal (Bebauungsplan Nr. 790 "Specken"), die zu Päpinghausen gehört. Die Fläche wird bisher lediglich von zwei Unternehmen genutzt (Baustoffhandlung und Krematorium). Dort ist es nachts, also zwischen 22 und 6 Uhr, sehr ruhig - und das soll auch so bleiben. Die Grundstücksgrößen sollen kleiner zugeschnitten werden, zwischen 2000 und 4000 Quadratmeter. Somit kann das (nicht genutzte) Lärmkontingent an den Hafen vergeben werden, wo auch nachts Betrieb sein wird. Achim Naujock: "Allerdings läuft der Betrieb dann stark eingeschränkt." Das muss auch so sein, denn nur zwischen 6 und 22 Uhr werden überhaupt Schiffe geschleust.

Damit der Tausch der Lärmkontingente möglich wird, schlug die Verwaltung dem Bauausschuss die Änderung des Bebauungsplans "Specken" vor. Die Kommunalpolitiker stimmten dem zu - mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung.

Bis zum Ende des Jahres 2013 soll mit dem Regioport Minden eine sogenannte "trimodale Drehscheibe" für den Güterverkehr mit Anschluss an Straße, Schiene und Wasserstraße, in etwa zeitgleich mit der Fertigstellung der Bauarbeiten an der Schachtschleuse, den Betrieb aufnehmen.

Die Finanzierung des Binnengüterhafens wird primär aus Bundesmitteln erfolgen. Die Regioport Minden GmbH geht für die erste Ausbaustufe des Hafens derzeit von Kosten von 20 bis 30 Millionen Euro aus.

Die Stadt Minden lädt am Freitag, 13. Mai, zu einer Informationsveranstaltung zum Hafenprojekt Regioport ein. Der Raddampfer "Wappen von Minden" fährt die wichtigsten Stationen des geplanten RegioPorts an. Die Dampferfahrt startet um 14.30 Uhr an der Schlagde und endet voraussichtlich um 18 Uhr.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 29.04.2011 um 21:16:12 Uhr

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Kommentare
Lärmkontingente tauschen...? Mein Vorschlag:Man sollte mit dem Lärmkontingent des Nordfriedhofes tauschen,damit die Hafenbetreiber dann 24 Stunden die Sau raus lassen können...also ehrlich,die sind doch nabelo !!!

Na da kann ich ja nur hoffen, dass auch unter den neuen Bedingungen das wahrscheinlich sowieso schon wieder einmal auf Kante genähte Finanzkonzept noch passt. Wenn ich das richtig verstanden habe ist der Bauträger und damit die Risiken ja kommunal getragen, wenn auch der größte Teil der Baukosten vom Bund getragen wird. Ist das der nächste Sargnagel für das Stadtsäckel?


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