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12.02.2011
Neugliederung der Wasserstraßen bereitet Sorge
Bundesverkehrsministerium macht Förderung von Gürtermengen abhängig / Niedersachsen befürchtet Einbußen für die Weser
VON STEFAN KOCH

Minden (mt/dpa). Die geplante Reform der Wasserstraßen durch die Bundesregierung sieht die Mindener Stadtverwaltung gelassen. Während Verkehrsexperten in Niedersachsen für Häfen Standortnachteile befürchten, wird das Projekt Regioport unbefangen weiterverfolgt. Und die Transportmengen scheinen bislang dafür zu sprechen.

Über die Mittelweser wird der Verkehr von Minden bis zu den Seehäfen abgewickelt. Doch in Niedersachsen fürchtet man jetzt um den Forbestand der Förderung. | Foto: Jana Meier

Große Aufregung seit dem 26. Januar: An diesem Tag erhielt der Haushaltsausschuss des Bundestages ein Konzept des Bundesverkehrsministers zur Neugliederung der Bundeswasserstraßen. Diese sind in dem Papier in sechs Kategorien eingeteilt. Die Einstufung legt unter anderem den zukünftigen Aufwand bei der Bewirtschaftung der Strecken in Abhängigkeit zum Güteraufkommen fest. Konkrete Angaben zu einzelnen Standorten werden aber nicht gemacht.

"Es ist für uns nicht abschätzbar, inwieweit unseren Mitgliedern hierdurch ein Wettbewerbsnachteil entsteht", schreibt deshalb der Bundesverband öffentlicher Binnenhäfen in einer Pressemitteilung vom 31. Januar. Da es keine konkreten Aussagen zu gezielten Investitionen gebe, müsse der Verband weitere Gespräche mit dem Verkehrsministerium führen.

Besorgt sind die Hafenbetreiber vor allem deshalb, weil bereits schon in einer mittleren Kategorie der Einteilung in dem Konzept auf jeglichen Ausbau der betroffenen Wasserstraßen verzichtet werden soll. Der Bundesverband bezweifelt, dass die Gütermenge allein als ausschlaggebendes Kriterium für eine Festlegung des Unterhaltungsaufwandes geeignet ist.

Auch Niedersachsen und andere Küstenländer haben sich bereits an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gewandt. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover sagte am Mittwoch, Niedersachsen befürchte, dass künftig weniger Geld des Bundes etwa für die Ems und die Weser fließe.

"Vorrangnetz" oder "Ersatzinvestition"?

Nach dem dieser Zeitung vorliegenden Reformbericht des Bundesverkehrsministeriums wird bei Binnenwasserstraßen erst ein Güteraufkommen ab zehn Millionen Tonnen pro Jahr für die Einteilung in die höchste Klasse gefordert. Für diese Kategorie "Vorrangnetz" gilt, dass "quantitativ und qualitativ" eine "hohe Leistungsfähigkeit der Infrastruktur" angestrebt werde, heißt es. Der Ausbau soll zügig für eine hohe Qualität gemäß des gesamtwirtschaftlichen Nutzens erfolgen.

In der zweiten Kategorie steht dann aber schon die Bestandserhaltung im Vordergrund. Der Ausbau könne im "Rahmen ohnehin erforderlicher Ersatzinvestitionen erfolgen, soweit dies gesamtwirtschaftlich von Vorteil und finanzierbar" sei, so der Entwurf. Diese Kategorie "Hauptnetz" gilt nur noch für eine Transportmenge ab fünf Millionen Tonnen.

Wie der Verkehrsbericht der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte (Hannover) ausweist, hat die Behörde im Jahr 2009 rund 20 Millionen Tonnen Gütermenge in ihrem Einzugsbereich auf dem Mittellandkanal bilanziert. Auf der Mittelweser lag der Gesamtverkehr knapp über 7,5 Millionen Tonnen.

Bürgermeister Michael Buhre, der auch Verbandsvorsteher des Planungsverbandes Regioport Weser ist, geht davon aus, dass das Konzept des Bundesverkehrsministeriums keine Auswirkungen auf die weitere Zukunft des Regioports haben wird. Es werde deshalb weiterverfolgt und die Planungen für die Beschlussfassungen vorangetrieben.

Anfrage beim Verkehrsminister

Des Weiteren macht die Stadt auf bereits erfolgte oder laufende überregional wirksame Großinvestitionen wie die Anpassung der Mittelweser oder den Neubau der Schachtschleuse aufmerksam. Beim Containerumschlag in Minden spielten die Wasserstraßenverbindungen zu den Häfen Bremen und Hamburg sowie deren zukünftige Schiffbarkeit für Großmotorgüterschiffe eine besondere Rolle.

Dennoch sorgt der Entwurf des Konzepts zur Neugliederung der Bundeswasserstraßen auch in Minden für Klärungsbedarf. So hat die Geschäftsstelle des Planungsverbandes Regioport eine Anfrage zu den vorgesehenen Investitionen für die Mittelweseranpassung ans Bundesverkehrsministerium geschickt.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 11.02.2011 um 21:35:30 Uhr

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Kommentare
Der Ausbau der Häfen muss bedarfsgerecht erfolgen und sollte - sofern möglich - bestehende, nicht genutzte und brach liegende Flächen nutzen. Der Mindener Hafen hat ausreichende Kapazitäten bei optimaler Nutzung. Der jetzige Flächenbedarf für den geplanten RegioPort - gemäß den aktuellen Plänen von Drees und Huesmannn - könnte auch auf den Industriebrachflächen an der Weser geschaffen werden. Somit würde das Versprechen von Herrn Buhre erfüllt werden im Rahmen der "Allianz für die Fläche". Minden soll hier eine Vorreiterrolle spielen. Dieser Auszug von der Internetseite Link unterdrückt beschreibt das Vorhaben: "2006 wurde in Neuss der Grundstein für eine "Allianz für die Fläche" in NRW gelegt. Ziel ist es, den Flächenverbrauch gemeinsam mit Partnern aller politischen Ebenen, u.a. dem Wirtschafts- sowie dem Bau- und Verkehrsministerium und unterschiedlichen Institutionen zu begrenzen". Umwelt schützen heißt auch auf neue Industrieflächen zu verzichten ohne den Warenverkehr einzugrenzen.

Das das Redaktion (MT) den Link im meinem Text unterdrückt hat erinnert einwenig an China.

Traurig, traurig - Aber zum Glück git es ja noch Wiki Leaks

Recht hat er, der Herr Fiedler! Doch bendenke - der Chef des BMVBS ist Bayer. Bayer mögen nun mal keine Preußen. Leider ist Minden eine waschechte Preussenstadt. Nur mal zur allgemeinen Kenntniss - es ist erst wenige Wochen her, da hat er, der Herr Ramsauer, den seit über fünfzig (!!) anstehenden Ausbau des Engpasses bei der Bahn zwischen Minden und Wunstorf gestrichen. Das eingesparte Geld verbrät er lieber in Süddeutschland, für Prestigeobjekte. Ob er sich dem Erbe König Ludwigs mehr verpflichtet fühlt als der neuen Bundesrepublik Deutschland? Man frage ihn doch mal.

Nachdem nun der Bericht des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ( BMVBS ) an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zur Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) vorliegt wird deutlich, wo die Reise hingeht.
Teilprivatisierung des Wasserstraßennetzes heißt nun die neue Parole. Der vorliegende Bericht des BMVBS zeigt in eklatanter Weise, welche Auswirkungen die bereits seit 1991 laufende "Reform" der Wasser - und Schifffahrtsverwaltung hat.
5ooo Arbeitsplätze vernichtet , den Verwaltungsaufwand dramatisch gesteigert, Steuergelder sinnlos verplempert und den Zustand der Wasserstraßen, Gewässer und technischen Einrichtungen in bedenklicher Weise verschlechtert.
Das Ministerium steht vor einem großen Scherbenhaufen und es fällt den " Machern" nichts anderes ein, als nun erhebliche Teile des Wasserstraßennetzes verscherbeln zu wollen.
Wer also z.B. die Weser zwischen Minden und Hann. - Münden günstig kaufen möchte, der sollte sich bei Minister Peter Ramsauer melden und er hat gute Chancen, die Oberweser für einen Euro zu erwerben.
Wer nun in Minden glaubt, oder zumindest versucht dem Bürger glaubhaft zu machen, dass das keine Auswirkungen auf den "Wasser-Standort " Minden hat , der ist entweder weit hinter der Zeit zurück oder versucht die Menschen für dumm zu verkaufen.
Selbstverständlich hat das Auswirkungen auf Minden, sowohl in positiver als auch in negativer Form. Das Wasserstraßenschifffahrtsamt wird unter Umständen mit mehr Mitteln und Aufgaben bedacht werden und könnte somit profitieren. Die Fachstelle Maschinenwesen Mitte ( ehemaliges Maschinenamt ) dagegen dürfte das Zeitliche gesegnet haben.
Auswirkungen auf das Projekt RegioPort sind auch so gut wie sicher. Sie stellen die Sinnhaftigkeit dieses Projektes aber wohl kaum in Frage und es schön wenn alle Mindener und die Bürgerinitiative Containerhafen zu der Erkenntnis kommen würden, dass Güter in Zukunft auf die Schiene und aufs Schiff gehören.
Die vermeintlichen Umweltschützer der BI Containerhafen sollten nicht versuchen, die
verkehrspolitische Berliner Fehlentscheidung auf dieses Projekt zu übertragen. Es wirkt weder glaubhaft und noch hat das etwas mit dem Schutz der Umwelt und des Klimas zu tun.
Wer gern selbst den vollständigen Bericht BMVBS an den Haushaltsausschuss des Bundestages lesen möchte, der findet ihn asuf meinem Weblog unter oeffentliche-daseinsvorsorge.de


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