Fachhochschule weiht Testgelände für Containerstellplatz ein / Bedeutung des Standorts hoch
Die Versuchsfläche am Gelände der Mindener Hafen GmbH ist 500 Quadratmeter groß. Stützpfeiler ragen darin aus einer Schotterschicht, um Container zu tragen. Maximal zwölf Behälter haben nebeneinander Platz. Drei weitere Lagen können darüber gestapelt werden. Der Regen aber soll an den riesigen Stahlkisten ablaufen und einfach im Boden verschwinden.
Wie Professor Dr. Hans-Georg Gülzow, Dekan des Mindener Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen der Fachhochschule Bielefeld, gestern erklärte, laufe der Betrieb auf der Versuchsfläche zwei Jahre. Getestet würden das Setzungsverhalten und die Versickerungsfähigkeit des aus unterschiedlichem Material bestehenden Untergrundes. Um möglichst realistische Ergebnisse zu erzielen, wurde sogar Bodenmaterial aus dem Bereich des späteren Regioports eingebaut.
Im Rahmen des vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung geförderten "Hafenbandes am Mittellandkanal" (Bericht im MT) bearbeitet die Fachhochschule in Kooperation mit der Mindener Hafen GmbH das Projekt. Unter dem Titel "Experimentelle Entwicklung neuartiger Containerstellflächen" ist es Teil eines Verbundes von insgesamt vier Projekten.
Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld (FH), hielt gestern die Festansprache zur Einweihung des Versuchsfeldes. Dass dieses Projekt am Mindener Hafen angesiedelt sei, beweise die gestiegene Bedeutung der Stadt als Hochschulstandort. Vor allem sei der Auftrag, 500 neue Studienplätze in Verbindung mit weiteren Fächern in Minden zu schaffen, umgesetzt worden. Habe die FH früher 1300 Studienanfänger gehabt, so seien es jetzt 2000. "Das Wachstum ist vor allem auf den technischen Bereich zurückzuführen. Hier hat sich die Anfängerzahl in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt."
Der Landtagsabgeordnete Friedhelm Ortgies (CDU) - als Vertretung für den verhinderten parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Steffen Kampeter (CDU) erschienen - wies auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin. Diese seien mittlerweile wesentlich besser, als noch zu Jahresanfang, als die Förderbescheide für das Hafenband übergeben wurden und Skepsis angesichts der damals zurückgehenden Außenhandelstätigkeit geherrscht habe. Zu hoffen sei, dass der Aufschwung kein Strohfeuer werde.
Mindens Bürgermeister Michael Buhre, zugleich Vorsteher des Planungsverbandes Regioport Weser, verwies angesichts des Versickerungsversuchs mit dem Großhafen als Perspektive auf den Standortvorteil der Stadt hin. In der Infrastruktur sei seine Kooperation über Landesgerenzen hinweg ermöglicht. Wirtschaftspolitisch sei die Lage der Stadt an der äußeren Randlage von Nordrhein-Westfalen damit kein Defizit mehr. "Hier liegt ein riesiges Potenzial für die Region."
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