Als Vorsteher der Verbandsversammlung Regio-Port Weser moderierte Buhre vor rund 150 Interessierten zusammen mit den an der Planung beteiligten Experten die öffentliche Veranstaltung. Vorgestellt wurde der Masterplan des Regio-Ports (Berichte im MT), bestehend aus den Komponenten eines Containerumschlagplatzes an der Bückeburger Aue mit Industriegebiet und dem Hafen Berenbusch an der anderen Seite des Mittellandkanals.
Die Stadt Minden und weitere Kommunen erwarten durch den Ausbau der Schachtschleuse bis 2013 den Verkehr größerer Schiffe, die dann den alten Industriehafen nicht mehr anlaufen können. Zudem gehen Prognosen von einer Verdreifachung der Gütermengen bis 2025 aus, die dann nicht bewältigt werden können. Ein weiterer Zuwachs wird durch die Erweiterung der Seehäfen und Erhöhung der niedersächsischen Mittellandkanalbrücken erwartet, die einen dreilagigen Containertransport auf den Binnenschiffen ermöglichen.
Wie Buhre erläuterte, werde der Regio-Port Weser nur bei einer Förderquote von 85 Prozent aus Infrastrukturmitteln realisierbar sein. Die Mindener Hafen GmbH, beziehungsweise ihr Tochterunternehmen Regio-Port GmbH, habe bereits 75 bis 80 Prozent der erforderlichen Fläche - 21 Hektar - für 2,5 Millionen Euro erworben. Zur Wirtschaftlichkeit erklärte Hafen-Geschäftsführer Joachim Schmidt, dass auf der Betriebsfläche des ersten Bauabschnitts schon im Jahr 2021 ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erwarten sei.
Generell nahm die Frage der Wirtschaftlichkeit einen breiten Raum bei der Anwohnerversammlung ein. Bemängelt wurden nicht nur Prognosen auf Basis von Zahlen vor der Wirtschaftskrise. Auch der Vergleich der Planco Consulting GmbH (Essen) mit anderen Standorten gab Anlass zur Kritik. So bekommt der Regio-Port eine schlechtere Bewertung, da die direkte Entladung vom Schiff auf die Bahn nicht möglich ist.
Radweg umfährt Containerterminal
Buhre zu den wirtschaftlichen Einwänden: "Wir sind noch an keinem Punkt der Planung, wo wir sagen müssen ,hier geht es nicht zurück`." Vor allem die Abhängigkeit von den Fördermitteln sei entscheidend für die weitere Entwicklung.
Auch die Fragen zur Auswirkung auf den Verkehr wurden erläutert. Unter anderem zeigte Jens-Peter Huesmann (Planungsbüro Drees & Huesmann), dass der Radverkehr entlang des Mittellandkanals den Containerterminal zukünftig umfahren muss. Brücken werden nicht erhöht, da die Kalkulation des Ganzen letztendlich auf zweilagigem Transport beruhe, so Schmidt.
Einen weiten Raum in der Diskussion nahm auch der Zuwachs an Verkehrsbelastung und Lärm ein. Betroffen sind hier vor allem die benachbarten Wohnbereiche Berenbusch, Cammer und vor allem Reckhöfen. Klaus Brokopf (Akus GmbH) erwartet als Schallschutzgutachter unter anderem aufgrund von Vergleichswerten aus dem Hamburger Hafen eine Maximalbelastung durch die neue Infrastruktur, die etwas über dem von der Stadt als zulässig beschriebenen Durchschnittspegel liegt. Hier würde die Stadt bei der Aufstellung der weiteren Bauleitplanung nachbessern müssen.
Da etliche Verkehrswege für den Container-Umschlag des Regio-Ports für Teile seines ersten Bauabschnittes ertüchtigt werden und ein Bahnanschluss des Geländes verzögert folgt, ist ein Zuwachs an Lkw-Verkehr auf der L 482 zu erwarten. Die Planer halten weniger als die Verdoppelung des Aufkommens für wahrscheinlich. Nach Ansicht von Brokopf reiche dies nicht für einen Anspruch auf Lärmverminderung an der Straße aus.
Grundlagenerhebung zu Tier- und Pflanzenarten
Michael Kasper (Kortemeier Brokmann Landschaftsarchitekten) referierte zu Problemen der Umweltverträglichkeit. Zurzeit wird eine Grundlagenerhebung zu Tier- und Pflanzenarten durchgeführt. Die Auswirkung auf deren Bestand lässt sich erst bei weiteren Planungen beurteilen. Dem benachbarten Naturschutzgebiet im Schaumburger Wald nach FFH-Richtlinie komme dabei eine hohe Bedeutung zu.
Auch der Hochwasserschutz spielte eine Rolle bei der Bürgerinformation. Da sich der Regio-Port im Überschwemmungsgebiet der Bückeburger Aue befindet, muss ein Ausgleich für den Fall steigenden Wasserspiegels bei großen Niederschlägen gefunden werden. Hier hatte Norbert Weinert (O 9 Hanke + Welschar) eine Flutmulde als Ausgleich erläutert.
Dabei sind diese Mittel im März 2010 wegen der allgemeinen Staatsverschuldung um 56 Millionen € im Haushalt gekürzt worden .Es ist fraglich ob der RegioPort aufgrund einer Fördertopf-Rangliste zum Zuge kommt.Außerdem muß der Betreiber gemäß Förderbedingungen eine langjährige Bürgschaft (kostet auch Geld)stellen.
Fazit:Bei den z.Zt unsicheren Annahmen für das zukünftige Wachstum im Containeraufkommen,Projekt einstellen bevor die Entscheider ein zweites "Klinikumdesaster"anrichten,und wir Steuerzahler die Zeche wieder zahlen müssen.
Politische Verantwortung sieht für mich anders aus
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