Verbandsversammlung bringt öffentliche Beteiligung am Großprojekt "Regio-Port Weser" auf den Weg / Angebot für Schiff, Lastverkehr und Bahn
"Eine große Chanche für die Region" nannte Bürgermeister Michael Buhre als Verbandsvorsteher den Regioport Weser vor den Mitgliedern der Verbandsversammlung aus den Städten Minden und Bückeburg sowie den Kreisen Minden-Lübbecke und Schaumburg. Das Gremium hat 20 Mitglieder, von denen 13 am Mittwoch im Kreishaus in Minden erschienen waren und bei zwei Enthaltungen mehrheitlich für die weiteren Schritte zur Fortsetzung des Projekts abstimmten.
Landrat Dr. Ralf Niermann bezeichnete den Masterplan als Vorsitzender in Stellvertretung - der Schaumburger Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier fehlte - als unverbindlichen Rahmen, der nun in die öffentliche Diskussion ginge. Die nächsten Termine für weitere Erörterungen sind die Sitzungen der Fachausschüsse in Minden am 26. Mai und in Bückeburg am 27. Mai. Die Unterrichtung der Öffentlichkeit in Minden ist am 16. Juni vorgesehen - Ort und Termin werden noch bekannt gegeben.
Der Regioport Weser soll als Hafen am Mittellandkanal den Containerumschlag auf Binnenschiff, Straße und Schiene gleichermaßen gewährleisten. Das Gelände befindet sich östlich der Bahnstrecke Nienburg-Minden zwischen den Gemeinden Cammer, Berenbusch und dem Gewerbegebiet Päpinghausen. Das Projekt ist eine Reaktion auf den Zuwachs der Gütermengen im Mindener Hafen.
Der Regioport Weser beinhaltet im Masterplan den Hafen Berenbusch mit 14 Hektar auf niedersächsischer Seite, der für ein erweitertes Containervolumen umgebaut und erweitert werden soll. Ein zweiter, im Kern 21 Hektar großer Teil entsteht im Verbund mit der Regioport Minden GmbH - einer Tochter der Mindener Hafen GmbH zu 100 Prozent. Ein Teil des ersten Bauabschnitts und des dazu erforderlichen Wegenetzes des Regioports Minden soll bis zum Jahr 2013 Gestalt annehmen. 31,7 Millionen Euro veranschlagen hierzu bislang die Planer. Es handelt sich zu 85 Prozent um Fördermittel des Bundes für die Verkehrsinfrastruktur. Den Rest hat die Regioport Minden GmbH zu tragen. In der Investitionssumme enthalten sind die Kosten für Grunderwerb, äußere Erschließung, Renaturierung, Kaianlagen mit Kranbrücke und Umschlagfläche. Die Mittel für die Anbindung werden demnächst über die Bezirksregierung Detmold beantragt.
Wie Verbandsvorsteher Buhre erklärte, könne diese Grundausstattung des Regiports entsprechend der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und den damit zu erwartenden Gütermengen erweitert werden. Laut Masterplan kann dann ein zweiter Teil des ersten Bauabschnitts im Jahr 2018 für 31 Millionen Euro fertiggestellt werden, der den Anschluss ans Netz der Bahn, Umschlagfläche und Krananlage enthält. Es folgt ein zweiter Bauabschnitt mit einer möglichen Fertigstellung in den Jahren 2022 bis 2025 zu 74 Millionen Euro.
Nachdem im Jahr 2008 der Regionalplan an das Vorhaben angepasst wurde, riefen die beiden beteiligten Städte und Kreise vor einem Jahr den Planungsverband Regioport Weser ins Leben und trafen sich im August vergangenen Jahres zur ihrer konstituierenden Verbandsversammlung. Der Regioport ist Teil des Hafenbandes, an dem sechs Städte und Gemeinden entlang des Mittellandkanals beteiligt sind, um die Aufgaben ihrer Häfen untereinander besser zu koordinieren.
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