Mittwoch, 23.05.2012
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21.05.2010
MT-THEMA: REGIO PORT WESER
Kritik an Fakten und Zahlen
Knatsch um Jade-Weser Port als schlechtes Vorzeichen

Minden (sk). Mangelnde Wirtschaftlichkeit, massiver Eingriff in die Natur und Belästigung von Anwohnern durch zusätzlichen Verkehr: Das sind die Einwände gegen den Regioport-Weser, die auch am Mittwoch anlässlich der Verbandsversammlung diskutiert wurden.

Blick Richtung Hafen Berenbusch in der Computersimulation.

So sorgt die weltweite Wirtschaftsflaute dafür, dass Kritikern die von Drees und Huesmann genannten Transportmengen nicht plausibel erscheinen. Ausgerechnet am Mittwoch meldeten Medien zudem, dass die Inbetriebnahme des Jade Weser-Ports in Wilhelmshaven um ein Dreivierteljahr auf August 2012 verschoben wird. Über den verspäteten Starttermin gab es massive Differenzen zwischen den Ländern Bremen, Niedersachsen und dem künftigen Betreiber Eurogate - ein negatives Signal auch für den Regioport Weser, der Containerverkehr auch über den umstrittenen Seehafen abwickeln soll.

Weitere Einwände richteten sich auch gegen Mengenprognosen, die von einem dreilagigen Containertransport ausgehen. Bislang ist ein Schiffsverkehr in dieser Höhe auf der Mittelweser nicht möglich, weil dazu die Höhen von 15 Brücken angepasst werden müssten, um den Transport vom Regioport zum Seehafen abzuwickeln. Wann aber die Niedersachsen ihre Brücken anheben, ist derzeit nicht geklärt.

Unverbindlich ist derzeit, wer Nutznießer des trimodalen Regioports sein wird. Die Bahn AG hat bei der Stadt Minden bislang keinen konkreten Bedarf an einem Gleisanschluss für den Containertransport angemeldet. Die im Masterplan enthaltenen acht Hektar für Hafen bezogenes Gewerbe wurden für einen zukünftigen Bedarf vorsorglich eingeplant, ohne dass bereits jetzt Interessenten zur Verfügung stehen. Bislang gibt es aber zwischen Regioport Weser und Eurogate eine Kooperationsvereinbarung auf der Basis einer Absichtserklärung. Als weiterer Wirtschaftspartner ist ein Speditionsunternehmen mit im Boot.

Weitere Einwände betrafen die Belästigung der Anwohner in den Siedlungsbereichen Dankersen-Reckhöfen, Cammer und Berenbusch - etliche Mitglieder der Bürgerinitiative Containerhafen (Bicon) waren am Mittwoch auch beim Treffen der Verbandsversammlung im Publikum. Zur Sprache kamen Probleme durch den Nachtbetrieb auf der geplanten Anlage, eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens durch Schwerlastverkehr und auch Einschnitte in das Landschaftsbild - nicht zuletzt durch die Stromversorgung mit einer 110 Kilovolt-Leitung.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 20.05.2010 um 21:25:08 Uhr
Letzte Änderung am 21.05.2010 um 02:03:11 Uhr

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