Einen Wechsel gab es im Bereich der Schriftführung, die jetzt Rainer Schulze (bislang Marion Menzel) verantwortet. Bicons Aktivitäten richten sich in erster Linie gegen die Errichtung des zwischen Bückeburg und Minden geplanten Containerhafens "Regioport Weser" nach dem jetzigen Planungsstand. Die Initiative bezeichnet das Vorhaben als "zu groß, zu teuer und am falschen Ort".
"Die enormen Kosten, die fehlende Wirtschaftlichkeit, die Unverträglichkeit mit der Umwelt, die Lärm- und Verkehrsbelastung sowie zahlreiche Standortnachteile werden von den Initiatoren falsch dargestellt und bewertet", heißt es in einer Verlautbarung. Die Vorsitzende hob aus den Aktivitäten der als Verein organisierten Gemeinschaft insbesondere zahlreiche Gespräche mit Politikern und Planungsverantwortlichen sowie eine aktive Begleitung der zurückliegenden Wahlkämpfe und einen "offenen Brief" an Mindens Bürgermeister Michael Buhre hervor. "Auf unsere Fragen zu Standortwahl und Wirtschaftlichkeit haben wir keine Antworten erhalten."
Deutlich sei unterdessen geworden, dass die Verkehrsanbindung des neuen Hafen- und Industriegebietes durch das Gewerbegebiet Päpinghausen erfolgen solle. Haupterörterungsgegenstand der von etwa 30 Frauen und Männern besuchten Versammlung war eine von der Mindener Hafen GmbH bei der Planco Consulting GmbH in Auftrag gegebene Potenzialanalyse.
Dem Gutachten wurde, speziell weil es die Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise unberücksichtigt lässt, wenig Aussagekraft attestiert.
Die Zahlen seien "realitätsfremd", das gesamte Papier "Makulatur", gab Uwe Tönsing zu verstehen. Der stellvertretende Vorsitzende verblüffte mit Originalzitaten, die bei den Anwesenden ein ums andere Mal Kopfschütteln hervorriefen: "An allen Standorten (Hannover-Lehrte, Osnabrück, Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg) ist ausreichend Fläche für die Errichtung eines Seehafen-Hinterland-Hubs vorhanden, sodass die Fläche nicht das entscheidende Kriterium sein wird. Die Straßenanbindung ist an allen Standorten besser als am Regioport Minden, welcher am weitesten von der Autobahn entfernt ist", hält die Analyse auf Seite 25 fest.
Zwölf Seiten weiter schreibt die Planco Consulting: "Der Vorteil von Standorten wie Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter ist die lokale Nähe von Großverladern und Kunden. Solche Volumina fehlen insbesondere in Osnabrück und Minden."
Und: "Sowohl die Bahn … als auch die beiden norddeutschen Seehäfen Hamburg und Bremen untersuchen zurzeit Standorte in ihrem Hinterland, die hierfür geeignet sein könnten. Deswegen ist es zurzeit nicht möglich, abgesicherte Aussagen über die Entwicklungschancen von Minden als Hinterland-Hub zu treffen."



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