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17.12.2011
Rote Zahlen gehören bald der Vergangenheit an
Mühlenkreiskliniken präsentieren nahezu ausgeglichenen Haushalt
VON STEFAN KOCH

Minden (mt). Die Zeit der roten Zahlen ist bei den Mühlenkreiskliniken offenbar (MKK) vorbei. Zur gestrigen Pressekonferenz präsentierte der Vorstand einen fast ausgeglichenen Jahresabschluss 2010. Und in den kommenden Jahren will die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) mit fünf Häusern sogar unter dem Strich Gewinne vorweisen.

Der Weg führt nach oben: Der MKK-Vorstandsvorsitzender Matthias Bracht (r.) und sein Stellvertreter Olaf Bornemeier stellten einen fast ausgeglichenen Jahresabschluss vor. | MT-Foto: Otto

"Was die Mitarbeiter 2010 geleistet haben, ist beachtenswert" erklärte am Freitag Dr. Matthias Bracht, Vorstandsvorsitzender der MKK. In der Tat sind die mehr als 4000 Mitarbeitenden der Häuser in Minden, Rahden, Lübbecke und Bad Oeynhausen produktiver geworden. Ihre Vollzeitstellen haben sich von 2727 auf 2652 vermindert - das sind 2,7 Prozent weniger. Dieser Lohnkostenersparnis standen lediglich Tarifsteigerungen von 1,2 Prozent bei den Angestellten des öffentlichen Dienstes beziehungsweise zwei Prozent beim ärztlichen Personal (ab 1. Mai 2011) gegenüber. Die Personalkosten sanken somit von 170,9 auf 168,9 Millionen Euro.

Info
Mehr zum Thema im Blickpunkt "Mühlenkreiskliniken".

Insgesamt stieg im gleichen Zeitraum der Umsatz bei den Mühlenkreiskliniken von 273,8 auf 289,5 Millionen Euro an. Wurden 2009 noch 70888 Patienten stationär in den MKK-Häusern behandelt, waren es 2010 bereits 71717 Fälle. Laut Bracht habe es weitere positive Effekte durch vorteilhafte Budgetabschlüsse mit den Krankenkassen, Modernisierungsprojekte, Optimierung der Verwaltung und Zentralisierung der Radiologie gegeben. Und Dr. Olaf Bornemeier, stellvertretender MKK-Vorstandsvorsitzender, fügte am Freitag hinzu, dass allein bei den Sachaufwendungen noch einmal Einsparungen in Höhe von 400000 Euro erzielt worden seien. Negative Einflüsse hätten sich dagegen neben den tariflichen Steigerungen bei den Beschäftigten auch durch Einflüsse im Bilanzierungsmodernisierungsgesetz gezeigt, die mit 2,5 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Für 2012 Hoffnung auf eine Million Euro Gewinn

Dennoch verzeichnet der MKK-Vorstand für das Bilanzjahr 2010 gerade einmal einen Verlust von 80000 Euro - gegenüber 15,9 roten Millionen in 2009 und fast dem doppelten Minus in 2008. Derzeit geht der Vorstand davon aus, dass sich auch im ablaufenden Jahr der positive Trend fortsetzen wird und 2012 sogar ein kompletter Gewinn von einer Million Euro zu erzielen sein wird.

Auch in den nächsten Jahren hoher Kostendruck

Der Vorstand deutete gestern jedoch an, dass die positive Beeinflussung der Zukunft nicht anstrengungslos zu haben sei. "Der Kostrendruck auf die Krankenhäuser wird in den kommenden Jahren hoch bleiben", sagte Matthias Bracht. "So sind wir gezwungen, unsere strukturellen Defizite nachhaltig zu beseitigen."

In diesem Zusammenhang wies der Vorstand auf die Einhaltung der Sanierungsvorgaben für die seit 2006 bestehende AöR hin. Die Unternehmensberatung Roland Berger hatte hier ein Sparpotenzial von mehr als 40 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 festgelegt. Wie Olaf Bornemeier am Freitag erklärte, seien davon bislang 32 Millionen umgesetzt worden. "Leistungssteigerung und Leistungsausdehnung bei reduziertem Einsatz der Mittel", lautete dazu sein Credo. Dass dazu jedoch Leute gebraucht werden, war dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bewusst: "Wir gehen von einem konstanten bis leicht steigendem Personalbedarf aus."

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 16.12.2011 um 21:17:22 Uhr

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Kommentare
Hallo,
wie traurig ist es den Personalabbau mit Produktivität in einen Zusammenhang zu bringen. Es bleibt uns in der Pflege kann nichts anderes übrig als produktiver zu werden, da die Arbeit trotz Personalabbau erledigt werden muss. Fragen sie mal wie es den Mitarbeitern dabei geht immer "produktiver" zu werden? Das wäre das interessantere Thema, aber bis jetzt wird immer nur weggeguckt und man (Arbeitgeber) spekuliert darauf das die Arbeit gemacht wird, weil es um Menschen geht, die versorgt werden müssen und in sozialen Berufen würde man niemals diejenigen vergessen, die versorgt werden müssen. Es muss mal wieder angefangen werden an die Menschen zu denken und nicht nur ans Geld!


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