Mittwoch, 23.05.2012
iPad | MT-Blogs | MTMobil | Impressum | Kontakt | Sitemap | Newsletter

08.10.2011
Sterilisation mit "Versicherung"
Aufbereitung von Medizinprodukten für Krankenhaus Lübbecke nach Minden verlagert
VON HARTMUT NOLTE

Minden/Lübbecke (mt). Seit etwa drei Wochen werden auch die Instrumente für die Operation im Krankenhaus Lübbecke in Minden keimfrei gemacht. Die Sterilisation ist ins Johannes-Wesling-Klinikum umgezogen.

Höchste Ansprüche werden die Sterilität von Instrumenten im OP-Bereich der Krankenhäuser gestellt. | Foto: ddp

Als Grund nennt der Mühlenkreiskliniken-Verbund (MKK) in der Antwort auf eine MT-Anfrage wachsende Anforderungen im Instrumentenmanagement. Perspektivisch hätte sich ein hoher Investitionsbedarf in Lübbecke ergeben. Mit einer Erweiterung der Intensiv- und Anästhesieabteilung in Lübbecke habe das nichts zu tun.

Eine kurzfristige Kostenersparnis ergebe sich allerdings auch nicht. "Die Projekte im Modernisierungsprozess verfolgen nicht ausschließlich die Zielsetzung einer Kostenreduzierung, sondern beinhalteten auch strategische Planungen zur optimalen Ausrichtung und Positionierung aller Häuser im Klinikverbund. Dies ist im Falle des Projektes Steri der Fall", heißt es in der Erklärung der MKK.

Durch eine Ausweitung der Betriebszeiten und eine Reorganisation reichten die Kapazitäten in der Zentralsterilisation im Johannes-Wesling-Klinikum zurzeit aus, um das Instrumentarium auch aus den Krankenhäusern Lübbecke und Rahden aufzuarbeiten. Dies habe ein externer Gutachter bestätigt.

Aufgrund des Umstellungsprozesses sei eine Personalaufstockung von rund 15 Prozent vorgenommen worden. Die vereinzelt dort eingesetzten Bundesfreiwilligen übernähmen nur die entsprechenden, in ihrem Aufgabenkatalog dargestellten Arbeitsbereiche.

Begleitet wird der Umstellungsprozess durch die Firma Vanguard, den Marktführer in der Aufbereitung von Medizinprodukten. "Das Unternehmen unterstützt uns im Umstellungsprozess bei der Anpassung der Arbeitsabläufe, erklärt dazu MKK.

Vanguard ist nach eigenen Angaben Vorreiter in der validierten Spezialaufbereitung komplexer Medizinprodukte in Europa, in Deutschland Marktführer im Bereich ganzheitlicher Systemlösungen für die Sterilgutversorgung von Krankenhäusern.

Vanguard unterstützt Krankenhäuser mit modularen Konzepten bei der nachhaltigen Qualitäts- und Effizienzsteigerung und entwickelt Strategien zur langfristigen Steigerung der Wirtschaftlichkeit.

Mehr als 1.500 Kliniken europaweit, darunter 680 Kliniken in Deutschland und viele renommierte Universitätskliniken, nutzen derzeit die Systemlösungen des vor 13 Jahren von Robert Schrödel gegründeten Unternehmens, das heute mehr als 2000 Mitarbeiter zählt, in der Friedrichstraße in Berlin ansässig ist und in Marzahn eine Produktionsstätte hat.

Zusätzlich sei mit dem Unternehmen eine "Versicherung" geschlossen worden, die bei einem Ausfall von Gerätschaften greife und sicherstelle, dass die OP-Tätigkeit im Hause wie gewohnt gewährleistet ist, teilt MKK zum Auftrag an Vanguard mit.

Derartige "Versicherungen" für solche extrem wichtigen und sensiblen Bereiche wie die Zentralsterilisation seien in modernen Krankenhausunternehmen üblich. Es gebe keine Überlegungen, die Sterilisation bzw. Teile fremd zu vergeben, wird im Unternehmen kursierenden Gerüchte entgegnet. Auch sei nicht daran gedacht, die gesamte Sterilisation aller MKK-Häuser in Minden zu zentrieren.

Bisher sei die Arbeitszeit im Konsens mit der Personalvertretung bis 0.00 Uhr vereinbart. Eine Ausweitung der Arbeitszeit ist bisher nicht geplant. "Bei einem zusätzlichen Arbeitsaufkommen ist eine Arbeitszeitverschiebung nicht auszuschließen, heißt es abschließend.

Fakten
Das doppeldeutige Wort "steril" hat lateinische Ursprünge und bedeutet sowohl unfruchtbar wie auch keimfrei. Die Anfänge der Sterilisation im Gesundheitswesen liegen in der Feuer- bzw. Raucherhitzung, zum Beispiel von Messern, mit denen man in Fleischwunden schnitt.

Das doppeldeutige Wort "steril" hat lateinische Ursprünge und bedeutet sowohl unfruchtbar wie auch keimfrei. Die Anfänge der Sterilisation im Gesundheitswesen liegen in der Feuer- bzw. Raucherhitzung, zum Beispiel von Messern, mit denen man in Fleischwunden schnitt.

Mit dem Begründer der Mikrobiologie, Louis Pasteur, kam im 19. Jahrhundert die Pasteurisierung, also das Abtöten von Keimen durch Erhitzung im Wasser- bzw. Dampfbad (Sattdampf bis 134 Grad) dazu.

Sterilisation im deutschen Krankenhauswesen ist eine Tätigkeit, die normalerweise durch zusätzlich geschultes Pflegepersonal (Sterilisationsassistent/-assistentin ausgeübt wird.

Medizinprodukte-Gesetz und -Betreiberverordnung sind die rechtlichen Grundlagen für die Bereitstellung keimfreier Instrumente im Krankenhaus, wobei die Anforderungen an die Aufbereitung nach unkritisch, semi-kritisch, kritisch unterschieden werden.

Sowohl der Patientensicherheit wie auch der Rechtssicherheit des Krankenhauses dient eine umfangreiche Dokumentation der Arbeit in der Zentralen Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, wie sie heute offiziell heißt.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 07.10.2011 um 21:15:26 Uhr
Letzte Änderung am 08.10.2011 um 01:49:04 Uhr

Texte und Fotos aus MT-Online sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Diesen Artikel in Netzwerken veröffentlichen:



Kommentare
Merkwürdig , merkwürdig !
für die MKK Geschäftsführung scheint das Geld ja so auf der Straße zu liegen oder wie ist die Doppelbeauftragung zu verstehen.
Da wird schon mal so pro forma die Firma Vanguard abgeheuert , es könnte ja sein dass das eigene Personal krank wird oder gleich ganz kündigt und da muss ja vorbereitet sein.
Gestern noch verkündete Dr. Bracht im Fernsehn das man es ja nur gut meine und sich aus Sorge um die Patientensicherheit einen Privatendienstleister in sitller Reserve leiste .
Heute war zu erfahren das er uns Bürger wieder mal liebevoll auf den Arm nehmen will, den still und heimlich wurden jetzt die Pflegeleistungen der. "Bettenführende Stationen" die Fa. SGR vergeben.
Aufgaben die eigentlich das eigene Tochterunternehmen , die MKK- Service GmbH, im Auftrag hat.
Offenbar hat man immer noch genug Geld um Dienstleistungen gleich an 2 Unternehmen zu vergeben. Doppelbeauftragung nennt man das und anscheinend ist kein Preis zu hoch die eigenen Beschäftigten los zuwerden .
Getreu dem Motto " Wir sparen, koste es was es wolle "
Ich würde vorschlagen das man sicherheitshalber einen zweten Geschäftführer einstellt, falls Herr Dr. Bracht mal krank feiert oder keine Lust mehr hat die Öffentlichkeit auf dem Arm zutragen.

Okay, 15 Prozent mehr Beschäftigte im JWK... Wie viele Personen sind das denn absolut? Und wie viele Personen werden in Lübbecke und Rahden dann entlassen, weil dort nicht mehr sterilisiert wird?

Die Informationen zu Vanguard lesen sich wie direkt aus der Broschüre des Herstellers abgeschrieben...

Solange sich die Ärzte die Hände waschen und regelmässig die Bude auf Krankenhauskeime überprüft wird okay. Aber nach all dem was man so vom JWK hört finde ich es ulkig gerade da sterilisieren zu lassen. Hatte man das etwa vorher GAR nicht getan? Die Meldung lest sich so eigenartig.


WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder




´

Anzeige