Einkorn weist, wie der Name sagt, ein Korn pro Ährchen auf, beim Emmer (auch "Zweikorn" genannt) sind es zwei. Lange Zeit war Emmer das Hauptnahrungsgetreide, bis er ab der Römerzeit langsam an Bedeutung verlor. Beide Arten wurden noch bis in das 20 Jahrhundert hinein angebaut, verloren dann aber fast ganz an Bedeutung.
Neuerdings haben Biobetriebe die robusten, anspruchslosen Getreidesorten wiederentdeckt, vor allem zur Herstellung von Backwaren und Bier, dem Urweizenbier.
Emmer und Einkorn sind Stammformen des heutigen Saatweizens. Dieser zählt zu den "Dreikörnern" und gelangte erst ab dem 11. Jahrhundert, als das Weißbrot in Mode kam, an Bedeutung. Auch Johann Wolfgang von Goethe schien ein Fan dieser Pflanze gewesen zu sein, ließ er sie doch in mehreren seiner Gedichte auftreten: "Und blühet der Weizen, so reift er auch, das ist immer so ein alter Brauch. Und schlägt der Hagel die Ernte nieder, übers andere Jahr trägt der Boden wieder."
Dinkelbratlinge
- 1 Zwiebel, 250 ml Gemüsebrühe, 80 g feiner Dinkelschrot, 1 Eigelb, 2 EL gemahlene Haselnüsse, 2 EL feine Haferflocken, 50g geriebener Käse, Olivenöl.
- Fein gehackte Zwiebel glasig dünsten, Brühe zugießen, Schrot unterrühren. Herdplatte abstellen und 15 Min. ausquellen lassen, dabei hin und wieder umrühren. Dann Eigelb, Nussmehl und Haferflocken zugeben.
- Aus der Masse Bratlinge formen und knusprig braun ausbacken. Kurz vor Ende der Backzeit Käse aufstreuen und schmelzen lassen. Mit Salat servieren. (mt)
Saatweizen ist die Getreideart, die derzeit am häufigsten angebaut wird und den größten Teil der Getreideanbauflächen einnimmt. Je nach Sorte kann Saatweizen heute bis zu fünf Körner aufweisen.
Hartweizen, Dinkel und Grünkern sind auch Weizenarten und heute allseits bekannt. Der sonnenverwöhnte Hartweizen ist eng mit Emmer verwandt und stammt ursprünglich aus Äthiopien.
Dabei handelt es sich um eine besonders kleberreiche Weizenart, die in der heutigen Zeit vorwiegend zur Herstellung von Teigwaren eingesetzt wird. Die beste italienische Pasta wird nur aus Hartweizengrieß, Wasser und Salz hergestellt.
Dinkel ist eine anspruchslose, relativ ertragsarme Weizenart und gehört zu den Dreikörnern. Früher wurde er erheblich häufiger kultiviert als heute, seine Bedeutung nimmt jedoch in neuerer Zeit deutlich zu. Wird Dinkel halbreif geerntet (grünes Korn) und gedörrt, erhält man "Grünkern", ein mineralstoffreiches, olivgrünes Getreide mit aromatisch nussigem Geschmack.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
Die Meinung, so wie es geschrieben steht, dass italienische Teigwaren aus Hartweizen gemacht wird, stimmt nur teilweise. Leider wird immer wieder Weichweizen eingemischt, denn dieser ist in der EU günstiger als der Hartweizen. Der qualitativ beste Hartweizen wird auch nicht in Italien geerntet, sondern in Kanada.
Freundliche Grüsse
Beat Grüter