MT-Serie: Wildpflanzen in der Küche / Drüsiges Springkraut lockt Bienen und Hummeln
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam das ursprünglich in Ostindien beheimatete Kraut als Gartenzierpflanze nach England und verbreitete sich von dort aus über ganz Mitteleuropa. Die einjährige Pflanze ist heute vor allem an Ufern und in Auwäldern zu finden. Die Bestände sind mancherorts so groß, dass sie die heimische Vegetation vollständig verdrängen. Auch Imker haben zu dieser Entwicklung beigetragen, da sie die äußerst pollen- und nektarreiche Pflanze als Bienenfutterpflanze ausgesät haben.
Der Name "Drüsiges" Springkraut beruht auf den zwischen den Blattstängeln sitzenden kleinen, rotspitzigen Drüsen. Die häufige Bezeichnung "Indisches Springkraut" ist auf die Heimat der Pflanze zurückzuführen. Sie ist mit unserem heimischen Großen Springkraut (Rühr-mich-nicht-an) verwandt. Während Letzteres lediglich bis zu einem halben Meter hoch wird, erreichen die rötlichen Stängel des "Drüsigen Springkrautes" Höhen von 1,50 bis zu 2,50 Metern. Bei der geringsten Berührung der reifen Samenkapseln rollen sich die Fruchtklappen der Springkräuter plötzlich spiralförmig auf und schleudern die Samen über mehrere Meter weit hinaus: eine effektive Vermehrungsstrategie.
Die karminrot- bis blassrosa-farbenen Blüten des "Drüsigen Springkrautes" weisen einen kurzen Sporn auf und können bis zu vier Zentimeter lang werden. Nicht allein Bienen, sondern auch Hummeln suchen die intensiv duftenden Blüten auf.
Im September und Oktober reifen die Samen, die einen überraschend nussartigen Geschmack aufweisen. Man kann sie roh essen oder auch zu Speise- oder Lampenöl verarbeiten. Setzen sie die Samen in der Küche wie Nüsse ein! Allein schon das Ernten der Samen ist eine Freude - wenn die Samenkapseln in der Hand aufspringen.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
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