Die heimische Hecken- oder Hundsrose (Rosa canina) ist in Hecken, Gebüschen, in lichten Laubwäldern und an Waldrändern zu finden. Es gibt bei uns mehr als 30 verschiedene Wildrosenarten, die teilweise schwer voneinander zu unterscheiden sind.
Die im Herbst erscheinenden roten Früchte lassen sich auf vielfältige Art und Weise in der Küche verwenden. Sie werden am besten nach dem ersten Frost geerntet und sollten nicht zu weich sein. Von den Stiel- und Blütenansätzen befreit und gewaschen lassen sie sich zu Hagebuttenlikör und -wein ansetzen. Getrocknetes Fruchtfleisch und auch getrocknete Kerne (Kernlestee) können zu wohlschmeckenden, leicht säuerlichen Tees aufgebrüht werden.
Hagebuttenmus, auch -mark genannt, ist die Basis für Hagebuttenmarmelade, Saucen, Desserts und Kuchenfüllungen. Zu dessen Herstellung werden die Früchte von den Kernen und den Härchen (Juckpulver!) befreit. Das Mus lässt sich auch gut einfrieren und schmeckt köstlich über Eis oder zu Wildgerichten. "Täglich ein Löffel Hagebuttenmus und die Erkältung kommt gar nicht erst ins Haus." So sagte man früher. Hagebuttenmark enthält etwa 20-mal mehr Vitamin C als Zitronen und weist noch viele andere wertvolle Inhaltsstoffe auf wie zum Beispiel Provitamin A. Ein Großteil der Vitamine bleibt auch nach dem Kochen erhalten.
"Ernte im Herbst! Erster Frost! Da sind die Tipps zur Verarbeitung der Hagebutte aber der Zeit weit voraus?" Stimmt! Aber - gäbe es da nicht noch die Kartoffelrose (Rosa rugosa)! Diese Art stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde um 1830 in Mitteleuropa eingeführt. Heute wird sie vielerorts in Parkanlagen, an Sportplätzen, Straßenrändern und auf Dünen angepflanzt. Die Früchte der Kartoffelrose sind mit ihren dicken, kugeligen Früchten sehr ergiebig und können schon jetzt, im Spätsommer, wunderbar geerntet und verarbeitet werden.
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Bei der Ernte von Wildfrüchten immer einen Teil an der Pflanze belassen. Auch bei heimischen Tieren stehen sie auf dem Speiseplan!
Rezept - Hagebutten-Marmelade
1 kg Hagebuttenmark, 1 kg Gelierzucker, Saft einer Zitrone
Hagebutten der Kartoffelrose von Stielchen und Blütenansätzen befreien; am besten einmal durchschneiden um das Haarbüschelchen zu entfernen.
Mit den Kernen in wenig Apfelsaft weich kochen, mit dem Mixstab pürieren und durch ein Sieb streichen.
Das so gewonnene Hagebuttenmark mit dem Zitronensaft und dem Gelierzucker nach Packungsvorlage zu Marmelade einkochen.
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