MT-Serie: Wildpflanzen in der Küche: Das ganze Jahr über kann man Schwarzen Holunder als Heilpflanze nutzen
Im Frühsommer werden aus den Blütendolden vielerlei schmackhafte Gerichte und Getränke zubereitet, wie zum Beispiel Hollerkücherl (siehe Rezept), Holunderblütengelee, -sirup, -essig oder -sekt. Für die Herstellung von Holunderblütensirup werden in zwei Liter Wasser, zwei Kilogramm Zucker und 70 Gramm Zitronensäure gut aufgelöst. Darin legt man zwölf große, in der Mittagssonne gepflückte, ungewaschene Holunderblütendolden und deckt sie mit den Scheiben von zwei ungespritzten Zitronen ab. Drei bis vier Tage ziehen lassen, ab und zu umrühren, dann durch ein Sieb seihen, auf 80 Grad erhitzen und in Flaschen abfüllen. Angefangene Flaschen sollten im Kühlschrank aufgehoben werden.
Mit Mineralwasser aufgegossen ergibt der Sirup ein köstliches, erfrischendes Getränk. Probieren sie es auch mit Sekt! Wenn sie einzelne Blütenzweiglein des Holunders mit Wasser in eine Eiswürfelschale geben und gemeinsam einfrieren, können sie ein schlichtes Glas Mineralwasser mit den Holunderblüteneiswürfeln zu etwas Besonderem machen. Holunderblütentee wirkt vorbeugend und heilend bei Erkältungskrankheiten und Grippe. Er bringt den Körper zum Schwitzen. Auch eine heiße Zitrone mit Holunderblütensirup ist eine leckere und wirksame Alternative zu mancherlei Medikamenten.
Die im Herbst reifen Beeren dürfen roh nicht gegessen werden. Sie können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Unreife Früchte sind leicht giftig und sollten nicht verarbeitet werden. Aus reifen Früchten lassen sich gekocht zahlreiche schmackhafte Köstlichkeiten herstellen: Holunderbeerensaft, -gelee, -likör, -sirup oder die vielerorts beliebte Holunderbeerensuppe mit Griesklösschen oder Schneenockerln.
Holunderbeerensaft wird bei Gürtelrose empfohlen und heiß getrunken bei Erkältungskrankheiten. Na, gibt es jetzt noch einen Gartenbesitzer, der sich nicht fragt, diesen Strauch doch am besten gleich im eigenen Garten anzupflanzen? Bedenken sie, der Schwarze Holunder ist auch der Wohnsitz der guten Hausgeister, die Schutz vor Dämonen und Hexen bieten. So glaubten zumindest unsere Vorfahren.
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