Die Taubnessel gehört zu den Lippenblütlern und weist den für diese Pflanzenfamilie charakteristischen vierkantigen Stängel auf. Im Frühsommer entspringen über jeweils einem Blattpaar quirlförmig rosarote Blüten bei der Gefleckten Taubnessel (Lamium maculatum) oder weiße bei der Weißen Taubnessel (Lamium album). Diese beiden Arten sind häufig bei uns anzutreffen. Es gibt noch weitere Taubnesseln, wie z. B. die Goldnessel mit goldgelben Blüten. Essen kann man sie alle.
Taubnesseln bevorzugen nährstoffreiche und etwas feuchte Standorte und sind in Wildkrautfluren, an Hecken, Wald- oder Wegrändern und manchmal auch an und auf Mauern zu finden. Sie sollen mit zu den gehaltvollsten unserer heimischen Kräuter zählen. Die jungen Sprosse und Blätter werden als Beigabe zu Wildkrautsalaten, -suppen oder -soßen verarbeitet, als Gemüse vor allem gemischt mit Brennnesseln oder auch Spinat. Die Weiße Taubnessel weist ein etwas angenehmeres Aroma auf als die Gefleckte.
Taubnesselblüten lassen sich als Dekoration verwenden. Ein Strauß Taubnesseln auf der Küchenfensterbank sieht nicht nur gut aus, man hat jederzeit eine hübsche Salatdekoration zur Hand.
Die Blüten sind so gebaut, dass nur Hummeln mit ihren langen Rüsseln zum zuckerreichen Nektar gelangen. Erdhummeln bohren die Blütenröhre von außen an, um an den Nektar zu gelangen. An diesen Löchern bedienen sich dann auch schon mal die Bienen. Zu solchen "Nektardieben", also Lebewesen, die nicht zur Bestäubung der Pflanze beitragen, gehört auch der Mensch. Als Kind hat wohl jeder schon einmal den süßen Nektar aus den Blüten gesaugt.
Weiße Taubnesselblüten werden schon seit alters her bei Frauenkrankheiten und Erkrankungen der Atemwege angewandt. Hildegard von Bingen schrieb über diese Pflanze: "Wer sie genießt, lacht gern, denn ihre Wärme, die auf die Milz einwirkt, erheitert das Herz."
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