Die ausdauernde Pflanze bildet Rhizome, weit kriechende unterirdische Ausläufer und tritt deshalb in großen Beständen auf. Aber, statt uns zu ärgern, machen wir es doch den Römern nach: aufessen statt aushacken.
Von April bis Mai werden die mild-würzig schmeckenden, jungen Blätter des Doldengewächses gesammelt. Sie haben einen deutlich dreikantigen Stiel und sind dreizählig gefiedert, teilweise zweispaltig. Daher sehen sie einem Ziegenfuß ähnlich, weshalb die Pflanze volkstümlich auch Geißfuß genannt wird (griech. aigos = Zehe, podion = Füßchen).
Durch ihren milden, fein-würzigen Geschmack ergeben die jungen Blätter einen schmackhaften Kräuterspinat, sind als Beigabe zu Aufläufen, Salaten und Suppen geeignet. Während und nach der Blüte können die älteren Blätter wegen des kräftigen petersilienähnlichen Aromas zum Würzen von Suppen und Gemüsegerichten verwendet werden.
Also, den "lästigen" Giersch bitte in den Speiseplan einbauen! Dann wird man das schmackhafte, gesunde Wildkraut mit anderen Augen betrachten. Aber Achtung! Nicht verwechseln mit giftigen, weiß blühenden Doldengewächsen, die allerdings deutlich kleinere Blattfiedern und keine dreikantigen Blattstiele aufweisen.
Der Giersch gilt als Heilmittel gegen Rheuma und Gicht. Darauf nimmt auch der wissenschaftliche Name "podagra" (griech. = Gicht der großen Zehe) Bezug. Ein Tee oder ein Umschlag aus gequetschten Blättern soll die Schmerzen lindern. Der Pflanzensaft lindert auch den von Insektenstichen ausgehenden Juckreiz.
Außerhalb des Gartens ist der Gewöhnliche Giersch vielerorts zu finden, in Wäldern, Hecken und Gebüschen auf nährstoffreichen Böden. Ab Juni erscheinen weiße Dolden, auf denen zahlreiche Insekten beim Nektarsammeln beobachtet werden können.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
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