Alexander der Große soll das Walnussgewächs im 4. Jahrhundert v. Chr. von Pontum nach Griechenland gebracht haben. Von dort aus ist der Walnussbaum über Italien als Kulturpflanze wieder zu uns gelangt. Aus diesen Kulturen ist die ein oder andere Pflanze verwildert.
Die Steinfrüchte sind keine Nüsse im botanischen Sinn und setzen sich aus der äußeren grünen Schale und der uns bekannten Walnuss zusammen. Für die Keimung ist die sogenannte Versteckausbreitung wichtig. Laubbedeckung oder feuchter Boden bauen Stoffe in der Schale ab, die die Keimung hemmen.
Daher ist es für die Ausbreitung dieser Art wichtig, dass Eichhörnchen und andere Tiere die Früchte in ihre Vorratskammern tragen. Wird die eine oder andere Frucht nicht wiedergefunden, hat diese die Chance zu einer neuen Pflanze auszuwachsen.
Extrakte der grünen Fruchtschale und der Blätter färben Wolle und Haare braun.
Die Blätter werden auch wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes gegen Hauterkrankungen eingesetzt. Früher galten die hirnförmig aussehenden Samen als Mittel bei Hirnleiden beziehungsweise als Hirnnahrung. Heute weiß man, dass sie den Cholesteringehalt günstig beeinflussen.
Die Samen sind auf unserem Speiseplan vielseitig verwendbar: roh zum Knabbern, als Beigabe zu Salaten, als Likör oder als Öl und vor allem im Gebäck.
Ein Salat aus Chicorée, Weintrauben und Orangenfilets bekommt durch ein Walnussöldressing und gehackten Walnusskernen eine ganz besondere Note. Aus Walnussöl, frischem Basilikum, einigen klein gehackten Walnusskernen und Salz lässt sich ein Walnusspesto herstellen.
Auch die harten Walnussschalen lassen sich verarbeiten: 150 g Schalen (von etwa 20 Nüssen) gründlich waschen, in eine Flasche geben, 250 g Kandiszucker zugeben, mit einem halben Liter Wodka übergießen und 2 Wochen ziehen lassen. Nach dem Abfiltern noch eine Zeit lang ruhen lassen.
Wenn sie auf den Geschmack gekommen sind und einen Walnussbaum in ihren Garten pflanzen möchten, sollten sie bedenken, dass er bis zu 30 m hoch wird, eine sehr ausladende Krone entwickelt und frostempfindlich ist. Über die Wurzeln und mit dem Laubfall gibt der Baum Stoffe ab, die das Wachstum anderer Arten hemmen können.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
Rezept: Walnuss-Knoblauch-Aufstrich- 200 g Schafskäse oder Feta, etwa ein halber Becher Sahne, 2 Knoblauchzehen, einige Walnusskerne.
- Schafskäse zerdrücken und mit so viel Sahne vermengen, dass eine cremige, streichfähige Konsistenz entsteht.
- Fein gehackte Walnusskerne und gepresste Knoblauchzehen unterrühren. Auf Baguette oder Kräcker ein Partyhit. (mt)
stehenden Code hier ein*: