An Weg- und Straßenrändern, auf Weiden und Brachflächen fristet sei ihr Dasein. In einem alten Liebeslied heißt es: "Wegwarte, vom Staub bist du so grau ...".
Wären da nicht ihre Blüten, die diese Pflanze zu einer Schönheit machen! Kleine himmelblaue Sonnenräder entfalten sich gegen 6 Uhr morgens bei den ersten Sonnenstrahlen. Zuweilen finden sich auch rosa oder weiße Blüten. Die zur Familie der Korbblütler zählende Pflanze weist nur Zungenblüten auf. Beobachten sie diese hübschen Blüten den Tag über!
Bei schönem Wetter haben sich die Blütenblätter schon bald nach Mittag unscheinbar zusammen geknäuelt, an heißen Sommertagen schon früher am Vormittag, bei bedecktem Himmel halten sie sich manchmal bis zum Abend hin.
Da sich die Blüten der Wegwarte nach der Sonne richten, wurde ihr mancherorts auch der Name "Sonnenbraut" gegeben. Die Blaufärbung geht beim Schließen der Blüten verloren.
Angeflogen und bestäubt wird die Wegwarte vorwiegend von der Hosenbiene, aber auch von anderen Bienen, Faltern und Schwebfliegen.
Blüten werden im Hochsommer geerntet
Für die Kräuterküche erntet man die Blätter nur im Frühjahr, wenn sie noch jung sind und zartbitter schmecken. Später sind sie weniger schmackhaft. Sie können klein gehackt auf dem Butterbrot oder mit anderen Kräutern gemischt in Salaten oder Kräuterquark genossen werden. Die Blüten werden im Hochsommer geerntet. Ohne grüne Teile sind sie eine essbare Dekoration für grüne Salate oder Obstsalat. Da die Wegwarte mancherorts nicht so häufig ist, sollte man die essbaren, bitter schmeckenden Wurzeln nur aus Gartenbeständen ernten. Sie können im Herbst als Gemüse gegessen oder getrocknet und geröstet zu Zichorienkaffee verarbeitet werden.
Wie kommt diese spröde Schönheit zu ihrem Namen? So eine alte Legende: Einst wartete eine Braut auf ihren Liebsten, der in den Krieg gezogen war. Als die Jahre vergingen und sie immer noch wartend am Wegrand stand, hatte eine Fee ein Einsehen mit ihr und verwandelte sie in eine Pflanze. Und so wartet sie noch heute auf die Heimkehr ihres Geliebten.
Blütenlikör
Eine Flasche 38-prozentigen Korn, 100 g weißen Kandis, eine Handvoll Wegwarten-Blüten einzeln oder gemischt z.B. mit Blüten von Rotklee,
Taubnessel, Mädesüß, Rosen ...
Alle Zutaten in eine Flasche füllen und ca. zwei Monate bei Zimmertemperatur (nicht in der Sonne) ziehen lassen und dann abfiltrieren. (mt)
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