Aber - den Weißen Gänsefuß (Chenopodium album), volkstümlich Melde genannt, kann man wirklich essen. Das Kraut zählt zu den Gänsefußgewächsen. Diese werden so genannt, weil einige der zu dieser Familie zählenden Arten gänsefußartige Blätter haben und weil junge Gänse damit gefüttert wurden. Die Blätter sind sehr formenreich, im jungen Zustand grün, später bläulich bereift. Sie sehen aus wie mit Mehl bestäubt. Die einjährige Pflanze kann bis zu 1,50 Meter hoch werden. An den grünen, oft rötlich überlaufenen Stängeln entwickeln sich kleine weißlich grüne, unscheinbare Blütenknöpfchen. Die Samen können gemahlen und wie Mehl genutzt werden. Sie werden auch von Vögeln gern gefressen.
Besonders im späten Frühjahr lassen sich die jungen Blätter und Triebspitzen roh zu Salaten verarbeiten. Im Sommer geerntete Blätter sind leicht bitter und werden daher (je nach Geschmack) nicht mehr roh gegessen. Man kann aus ihnen schmackhafte Aufläufe, spinatartige Gemüse oder Suppen herstellen. Da die Melde wie Spinat Oxalsäure und Saponine enthält, sollte sie nicht im Übermaß genossen werden. Das gilt insbesondere für Menschen mit Leber-, Nieren- und Gichterkrankungen.
Zu finden ist die Melde auf sonnigen Standorten, die offenen Boden aufweisen, auf Acker-, Brach- und Schuttflächen und auch in Gärten. Die Melde kann schon einmal mit anderen Gänsefußgewächsen verwechselt werden. Es sind aber bis auf den "Stinkenden Gänsefuß", der sehr unangenehm riecht, alle Arten essbar.
Nahe verwandt ist die Melde mit dem "Guten Heinrich" und der Gartenmelde. Diese alten Kulturpflanzen, die durch den ertragreicheren Spinat aus den Gärten verdrängt wurden, kennt heute kaum noch jemand. Neueste Bücher über alte Gemüsesorten machen wieder auf sie aufmerksam.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
Melde-Quiche
Teig: 250 g Mehl, 150 g Butter, 2 EL Wasser, 1 Ei, Salz. Belag: 750 g Meldeblätter, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 2 Eier, 1/8 l Sahne, Salz, Pfeffer
Aus den Teigzutaten einen Mürbeteig kneten und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Eine Quiche- oder Springform mit dem ausgerollten Teig belegen, dabei einen Rand ausformen. Fein gehackte Zwiebel und Knoblauchzehe in Butter glasig dünsten, grob geschnittene Meldeblätter zugeben und kurz zusammenfallen lassen.
Eier und Sahne miteinander verquirlen und unter die Melde heben, mit Salz und Pfeffer würzen. Diesen Belag auf den Quiche-Boden geben und ca. 25 – 30 Min. bei 200° C backen. (mt)
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