Wer sich die Pflanze einmal genau anschaut, wird den intensiven, süßlichen Duft der Pflanze wahrnehmen, der diesem Rosengewächs den Namen verleiht: Mädesüß (Filipendula ulmaria).
Im Althochdeutschen heißen Mähwiesen "mada". Zur Blütezeit liegt der süßliche Duft dieser zu den Rosengewächsen gehörenden Pflanze über den Mähwiesen. Vielleicht rührt der Name aber auch daher, dass früher Honigwein (Met) mit Mädesüß gewürzt wurde.
Der Artname "ulmaria" kommt daher, dass die größeren der Fiederblättchen, aus denen die Blätter zusammengesetzt sind, ähnlich wie bei den Ulmen asymmetrisch sind.
Sicherlich ist nur wenigen Leuten bekannt, dass der Name "Aspirin" auf diese Pflanze zurückgeht. Früher hieß das Mädesüß auch Spiraea ulmaria. Im Jahre 1839 wurde aus ihr Salicylsäure isoliert, ein Mittel gegen Kopfschmerzen.
Etwa 60 Jahre später hat man die ähnlich wirkende Acetyl-Salicylsäure synthetisch hergestellt. Der Name Aspirin entstand aus Acetyl und Spiraeasäure. Da haben die alten Germanen, die ihren Met mit Mädesüß würzten, gleich ein natürliches Mittel gegen den Kater mitgetrunken.
Mädesüß-Gelee
- Je nach Größe etwa zehn bis zwöf Mädesüß-Blütenstände in einen Liter Apfelsaft über Nacht ziehen lassen.
- Am nächsten Tag Flüs-sigkeit abseihen und mit dem Saft einer Zitrone nach Packungsanleitung des Geliermittels einkochen. (mt)
Der Tee aus den duftenden Blüten und jungen Blättern soll auch gegen Cellulitis, Fettleibigkeit und Hexenschuss wirken. Er darf jedoch nicht aufkochen, weil sonst die Wirkstoffe verloren gehen.
Mit den Blüten kann man Limonaden, Liköre, Sahne und Tee aromatisieren, wie auch Gelees und Marmeladen. Um Mädesüß-Sahne herzustellen, werden Mädesüßdolden in Sahne kurz aufgekocht; abkühlen lassen und durch ein Sieb gießen. Die Sahne noch einige Zeit in den Kühlschrank stellen, eventuell mit etwas Honig süßen und steif schlagen. Schmeckt über Eis oder Obstkuchen.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
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