MT-Serie: Wildpflanzen in der Küche / Lindenblüten spielen in der Naturheilkunde große Rolle / Limonade und Sirup
Jeder Autofahrer hat schon einmal im Sommer nach dem Parken unter Linden ein klebriges Auto vorgefunden. Dabei handelt es sich um Ausscheidungen von Blattläusen, die auf den Lindenblättern sitzen. Diese Ausscheidungen, auch "Honigtau" genannt, werden von den Bienen zu Lindenhonig verarbeitet.
Lindenblüten spielen in der Naturheilkunde eine große Rolle. Sie zählen auch heute noch zu den bekanntesten natürlichen Heilmitteln bei fieberhaften Erkältungskrankheiten. Die Wirkstoffe sind ätherische Öle und Flavonoide, die schweißtreibend, schleimlösend und krampfstillend wirken.
Lindenblütensirup
- In zwei Litern Wasser werdem zwei Kilogramm weißer Zucker und 70 Gramm Zitronensäure gut aufgelöst. Darin legt man acht bis zehn Hände voll in der Mittagssonne gepflückte, ungewaschene Lindenblüten und deckt sie mit den Scheiben von zwei ungespritzten Zitronen ab.
- Drei bis vier Tage ziehen lassen, ab und zu umrühren, dann durch ein Sieb seihen. Flüssigkeit auf 80 Grad erhitzen und in Flaschen abfüllen. Angebrochene Flaschen im Kühlschrank aufheben. (mt)
Bestandteil der Blüten sind auch die blattartig verbreiterten Stiele, mit denen die Samen propellerartig zu Boden fliegen. Beim Sammeln werden diese Stiele mit gepflückt.
Außer für die Zubereitung von Tee aus getrockneten, am besten aber aus den frischen Blüten, können Lindenblüten zu Lindenblütenzucker oder -sirup verarbeitet werden. Lindenblütenzucker lässt sich aus zwei Volumenteilen Blüten und einem Teil Zucker zubereiten, die mit dem Mixstab püriert werden. In einer Schicht von zwei bis drei Zentimetern wird die Masse dann im Backofen bei 50 getrocknet. Getränke und Desserts erhalten mit diesem Zucker ein interessantes Aroma.
Lindenblütenlimonade kann aus Lindenblütensirup mit Wasser vermischt hergestellt werden. Eine schnellere Zubereitungsvariante ist es, Lindenblüten über Nacht mit Zitronenscheiben in Wasser ziehen zu lassen. Am nächsten Tag wird die Limonade abgeseiht und mit etwas Honig gesüßt.
In Deutschland sind zwei Lindenarten heimisch, die Sommer- (Tilia platyphyllos) und die Winterlinde (Tilia cordata). Anhand der Blätter sind sie leicht voneinander zu unterscheiden. Bei der Winterlinde wachsen auf der Blattunterseite in den Nervenwinkeln bräunlich rote Haarbüschel, bei der Sommerlinde sind diese hell. Linden blühen meist im Juni/ Juli, die Sommerlinde etwa 14 Tage vor der Winterlinde.
Die Autorin ist als Landschaftsökologin Fachfrau für Wildpflanzen.
stehenden Code hier ein*: