24.12.2009
Rebellion gegen den Kartoffelsalat
MT-Adventsserie: Vom Langeweile-Essen zur Tradition / Fertig-Produkt schmeckt nicht
VON NADINE SCHWAN
Minden (nas). Als Teenager habe ich ihn verschmäht, der Mayonnaise wegen. Heute bereite ich ihn an Weihnachten mit Genuss selber zu. Die Rede ist von Kartoffelsalat.
Selbst gemacht schmeckt der Kartoffelsalat immer noch am besten.
| Foto: Lennart Weber
Pellkartoffeln, rote Zwiebeln, saure Gurken, gekochte Eier, Mayonnaise und Gewürze sind die Zutaten, die bei uns zu Hause jährlich in die Schüssel und schließlich an Heiligabend auf den Tisch wandern.
Als ich 16 Jahre alt war, kam das allerdings nicht für mich infrage. Mayonnaise war nicht mein Ding. Ich sträubte mich gegen die gelb-weiße Masse, als ob sie giftig wäre. Zu fett, zu ungesund und einfach nicht lecker. "Kartoffelsalat mit dicker Mayonnaise und langweiligen Bockwürsten, nein danke". So drei bis vier Jahre klappte meine Rebellion gegen den Kartoffelsalat gut. Stattdessen gab es Suppe, kaltes Buffet und einen Nachtisch.
Doch irgendwann wendete sich das Blatt. Den Fertig-Kartoffelsalat, den meine Mutter manchmal kaufte, fand ich nämlich grässlich. Zusatzstoffe, Farbstoffe und Konservierungsstoffe schwimmen darin wie Fische im Wasser. Ich, damals in der Ausbildung zur Diätassistentin, musste meine Mutter vor der Flut ungesunder Substanzen bewahren. Also griff ich zum Kochlöffel und bekam sogar selber wieder Appetit auf das Gemisch aus Kartoffeln, sauren Gürkchen und Mayonnaise.
Meine Mutter und meine Oma waren überglücklich. Denn mein selbstgemachter Kartoffelsalat ist kein Vergleich zu dem aus dem Plastikbehälter. Zugegeben, geschmeckt hat mir mein Salat auch.
Einen Kompromiss mussten die beiden jedoch eingehen. Statt die volle Ladung Mayonnaise in den Salat zu rühren, streckte ich sie mit Joghurt. Hälfte Mayo, Hälfte Naturjoghurt, ist mein Prinzip. "Das gibt einen frischen Geschmack und ist weniger fettreich", sind meine Argumente, die einer gesundheitsbewussten Hobbyköchin. Auch heute gibt es wieder Kartoffelsalat und Bockwurst.
So macht Landfrau Christa Horstmann Kartoffelsalat auf ostwestfälische Art
Zutaten:
1 kg Salzkartoffeln
(festkochend), 1 Apfel,
1 Zwiebel, 3 Eier,
6 Gewürzgurken
Mayonnaise aus:
2 Eiern, 1 Schuss Essig,
1 TL Senf, Zucker, Salz, Pfeffer, ca. ¼ l Rapsöl
1 B. Naturjoghurt oder 1 EL Magerquark
Zubereitung: Kartoffeln kochen, abkühlen lassen und in Scheiben schneiden. Die übrigen Zutaten würfeln und darüber geben. Eier mit Essig, Senf, Zucker, Salz und Pfeffer kräftig aufschlagen. Nach und nach das Speiseöl unterrühren, bis eine dickliche weiß-gelbe Creme entsteht, die eventuell mit Joghurt oder Quark verlängert werden kann. Die fertige Mayonnaise mit den vorbereiteten Kartoffeln vermengen und einige Stunden durchziehen lassen. Dabei kühl stellen.
Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 23.12.2009 um 21:35:03 Uhr
Letzte Änderung am 24.12.2009 um 03:45:30 Uhr
Texte und Fotos aus MT-Online sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
´
stehenden Code hier ein*: