Gewissenhaft sammelt sie das Geld von den Mitgliedern ein, lacht und scherzt mit ihnen. Seit 27 Jahren ist sie im Verein. "Seit 2001 leite ich die Kegeltruppe der Behindertensportgemeinschaft", sagt sie.
24 Menschen meist mit geistiger oder körperlicher Behinderung treffen sich alle vier Wochen zum Kegeln im Restaurant Lord Nelson. Der Sport gehört für sie dazu. Viele waren schon als Kind im Verein. "Hier sind wir unter Gleichgesinnten. Ich werde sonst oft ausgegrenzt", sagt Ralf Mohme, der im Gegensatz zu vielen anderen eine Arbeit außerhalb der Werkstätten des Diakonischen Werkes gefunden hat. Er sei Haus- und Hofmeister bei einer Lkw-Werkstatt und begegne dort oft Vorurteilen, sagt er.
Damit kämpfen auch die anderen. "Man wird von oben bis unten angeguckt", berichtet Anja Reske, die im Rollstuhl sitzt. "Man wird wirklich oft angegafft und angeglotzt", stimmt ihr der 22-jährige Sven Horstmann zu. "Weil ich langsamer gehe, kommen oft auch blöde Sprüche von Jugendlichen."
Im Verein berichten sie den anderen schon mal von ihren Sorgen. "Heike hat immer ein offenes Ohr für uns", weiß Ralf Mohme. Im Vordergrund steht aber die Freude an der Bewegung.
Viele schätzen nicht nur das Kegeln, sondern auch das gemütliche Beisammensein. Drei Stunden wird gekegelt, gegessen und geplaudert. Die meisten besuchen donnerstags zusätzlich einen Schwimm- und Gymnastikkurs in der Wichernschule.
Nicht alle Mitglieder können an allen Veranstaltungen teilnehmen. Ein Sportgesundheitspass, den ein Sportarzt ausfüllt, legt fest, wer was machen darf.
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Für Hans-Dieter Meier, Vorsitzender der Behindertensportgemeinschaft mit 750 Mitgliedern, ist der Verein nicht mehr aus der Sportlandschaft Mindens wegzudenken. "Das ist der wichtigste Verein in Minden überhaupt", behauptet er. Denn auch Behinderte sollen die Chance bekommen, sich sportlich zu betätigen.
Er selbst engagiert sich im Beirat für Menschen mit Behinderungen für die Interessen seiner Mitglieder. Was er am meisten noch zu bemängeln hat, ist der schlechte Zugang für Rollstuhlfahrer von der Unter- zur Oberstadt. "Minden ist noch nicht hundertprozentig behindertenfreundlich. Aber wir arbeiten daran", gibt er sich zuversichtlich.
