Mittwoch, 23.05.2012
iPad | MT-Blogs | MTMobil | Impressum | Kontakt | Sitemap | Newsletter

06.04.2007
HARTZ IV
Kinder sind Leidtragende
VON JüRGEN LANGENKäMPER

KOMMENTAR

Die materielle Ausstattung nach dem SGB II, die Grundsicherung für Arbeitslose, mag reichen oder nicht, das Zurückwerfen vieler Menschen, die jahrelang hart gearbeitet und Ersparnisse fürs Alter zurückgelegt haben, auf ein dürftiges soziales Niveau gerechtfertigt sein oder nicht! Meines Erachtens ist es das nicht in einem reichen Land.

Ein grundsätzlicher Skandal liegt in meinen Augen darin, dass alle Statistiken - und seien sie noch so geschönt -, zeigen, dass die Kinderarmut zunimmt durch Hartz IV. Kinder werden ihrer Zukunftschancen beraubt. Sie werden von Bildung ausgeschlossen, indem die öffentliche Hand Mittel für Schulbücher nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellt und schon gar nicht genügend, um Bildungsdefizite im Kindesalter auszugleichen.

Ein reiches Land, das viel Geld an allen möglichen Ecken und Enden - darunter in erheblichem Maße in der Besoldung und Altersversorgung von Beamten und Lehrern ausgibt, die nie das Risiko kennen lernen, selbst arbeitslos zu werden - falsch ausgibt, fördert durch seine Sozialpolitik noch die Fehler, die die Pisa-Studie ihm wiederholt angekreidet hat: Soziale Herkunft entscheidet hierzulande stärker über Bildungschancen als irgendwo sonst in der Welt.

Und mit den Kindern leiden die Eltern. Kinder, auch dies ist mehrfach festgestellt, sind ein Armutsrisiko. So kommt das Land nicht aus der demographischen Falle. Daran können angeblich familienfreundliche Sonntagsreden von Politikern auf Stimmenfang nichts ändern.

Eltern, die sich fragen müssen, wie sie das eine Kind oder die zwei Kinder, die sie schon haben, halbwegs sorgenfrei großziehen sollen, die werden sich kein weiteres anschaffen.

Jahrelange Beschwörungen, selbst etwas für die eigene Altersvorsorge zu tun, werden zudem Lügen gestraft, wo Versicherungen aufgelöst, das Haus oder die Wohnung, gedacht für ein mietfreies Wohnen im Alter verkauft werden müssen. Hier legen Ämter und Behörden die Axt direkt an das Vertrauen in die Politik und den Staat. Wofür dann noch?, fragen sich die Bürger.

Und mit dieser Hypothek sollen unsere Kinder aufwachsen?

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 06.04.2007 um 11:55:11 Uhr

Texte und Fotos aus MT-Online sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Diesen Artikel in Netzwerken veröffentlichen:




´

Anzeige